Rote Post #90

Posted: August 6th, 2026 | Author: | Filed under: Rote Post | Kommentare deaktiviert für Rote Post #90

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BRD

Die DDR war ein antifaschistischer Staat

Zum 35. Jahrestag der Annexion der Deutschen Demokratischen Republik durch die Bundesrepublik Deutschland

Die Annexion der Deutschen Demokratischen Republik durch die Bundesrepublik Deutschland vor 35 Jahren war die Stunde der westdeutschen Imperialisten.

Für verhältnismäßig wenig D-Mark konnten sie Wälder, Äcker, Fabriken und ganze Stadtteile an Immobilen erbeuten. Sie waren die kämpfenden Truppen in einem Krieg gegen das sogenannte „Volkseigentum“ der DDR-Bürger.

Wollte man den Kriegsvergleich weiter bemühen, dann folgte, wie in jedem Krieg, auf die Frontsoldaten eine zweite Welle – die „rückwärtigen Dienste“, die die Versorgung der Truppen sicherstellen und das annektierte Hinterland befrieden. Das war die Chance angepasster westdeutscher Intellektueller. In Verwaltung, Universitäten und Kultur gab es überall Chefposten zu erobern.

Dreieinhalb Jahrzehnte sind seit der Annexion der DDR durch die BRD vergangen. Der deutsche Imperialismus hat auf Basis dieser Annexion sein Streben entwickelt den Sprung zu einer Supermacht vollziehen zu können.

Die Auswirkungen im Osten

Die Menschen in den „neuen“ Bundesländern haben von dieser Entwicklung nicht nur nicht profitiert, das genaue Gegenteil ist der Fall. Um es einfach, aber äußerst treffend zu verbildlichen: Was nutzt es uns, dass wir im Supermarkt Bananen kaufen könnten, wenn wir es uns nicht leisten können, Bananen zu kaufen? Was nutzt es uns, dass wir Reisefreiheit haben, wenn wir es uns nicht leisten können in den Urlaub zu fahren?

Konkret: Die Löhne Ost liegen im Mittel rund 20 Prozent unter denen im Westen, in einigen Branchen sogar 40 Prozent. Ähnlich sieht es mit den Renten aus. Diese Ungleichheit wurde in der Anfangszeit nach der sogenannten „Wende“ weniger, doch seit Beginn dieses Jahrtausend bleibt sie stabil.

Weiter: Wenn man im Osten Arbeit findet, dann knechtet einen meist einer aus dem Westen: 80 Prozent der sogenannten „Führungskräfte“ im Osten sind Westdeutsche. Der Anteil Westdeutscher in Verwaltung, Justiz und Gewerkschaften im Osten beträgt zwischen 80 und 90 Prozent, 80 Prozent aller Hochschulen werden von Westdeutschen geleitet, mehr als 90 Prozent aller vorsitzenden Richter sind Westdeutsche.

Außerdem: Rund die Hälfte aller Staatssekretäre im Osten stammt aus dem Westen, ebenso wie drei Viertel der Abteilungsleiter in den Ministerien. Auch von den hunderttausenden NVA-Soldaten hat kaum jemand den Aufstieg geschafft: Nur zwei Prozent der Generalsränge der Armee des deutschen Imperialismus sind mit Menschen aus dem Osten besetzt.

Eine Mehrheit der Menschen in den annektierten Gebieten der ehemaligen DDR steht grundsätzlich in irgendeiner Form in Opposition zum imperialistischen System bzw. den regierenden Parteien. In einer Studie der Körberstiftung von vor wenigen Jahren gaben mehr als dreiviertel der Befragten in Ostdeutschland an, dass die BRD hinsichtlich ihrer Aufgaben und der bestehenden Probleme überfordert sei.

Die hohen Umfragewerte für die AfD – in Sachsen-Anhalt, wo nächstes Jahr Landtagswahlen anstehen, liegt die AfD mit rund 40 Prozent weit vor der CDU, die SPD liegt nur knapp über der Fünf-Prozent-Hürde – deuten in die gleiche Richtung.

Die Tendenz ist, dass sich dies verstärkt. Denn Zustimmungswerte zur sogenannten repräsentativen Demokratie, d.h. die aktuelle Form der Diktatur der imperialistischen deutschen Bourgeoisie, sinken seit Jahren, eine Trendwende ist nicht in Sicht.

Die von den Herrschenden voran getriebene Spaltung der Massen ist lediglich der Versuch ihre Haut zu retten. Mehr als zwei Drittel der Ostdeutschen, die die DDR noch selbst erlebt haben, geben heute an, froh darüber zu sein.

Groß-Klein-Deutschland

Im heutigen Deutschland gibt es nur einen Staat, die sogenannte Bundesrepublik Deutschland, die sich selbst als Nachfolgestaat des sogenannten 3. Reichs sieht. Die BRD ist der Staat der gleichen dunklen Mächte, die die Welt zweimal in Brand setzten, die den Faschismus etablierten, es ist der Staat des deutschen Finanzkapitals, der Staat der deutschen Imperialisten.

Außerdem ist es wichtig, dass die BRD, als sie die DDR annektierte, die Kader der Sicherheitsapparate der DDR in ihre Strukturen eingliedern konnte, auch wenn es zahlenmäßig nicht viele waren.

Damit verfügt die deutsche Reaktion heute nicht nur über die konterrevolutionären Erfahrungen Preußens und der Verfolgung der ersten Kommunisten, Marx und Engels, des Kaiserreichs, dem sogenannten Dritten Reich und des Staates BRD, sondern auch über die Erfahrungen der revisionistischen Herrschaft, um die Arbeiterbewegung zu bekämpfen.

So ist der Wissensschatz und die Kompetenz der Repressionsbehörden in Deutschland höher als in den meisten anderen Ländern der Welt und vor allem weiß die deutsche Bourgeoisie, dass die für sie gefährlichste Sache, die deren Herrschaft wirklich bedroht, die Kommunistische Partei ist.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Annexion der DDR ist, dass als die Vorläufer der EU, die EG, gegründet wurde, all die großen Gründungsmitglieder, darunter die BRD, eine Bevölkerung von rund 60 Millionen Menschen hatten.

Die Größe der Bevölkerung gewann nach der Einführung und den Befugnissen des „Europäischen Parlaments“ und den Wahlen dazu an Bedeutung. Bei einer ungefähr gleich großen Bevölkerung befanden sich die dort vertretenen Länder in einer Art Gleichgewicht auf dieser Ebene.

Mit der Annexion der DDR durch die BRD kamen mit einem Male weitere rund 16,5 Millionen Menschen zur Bevölkerung der BRD hinzu. Das zuvor existierende Stimmengleichgewicht im europäischen Parlament wurde gebrochen und zugunsten der BRD verschoben.

Auch militärisch engagierte sich das neue große Kleindeutschland in viel weiterem Umfang: Unmittelbar nach der Annektion der DDR wurden sogenannte „friedenserhaltende“ und „friedenssichernde“ Maßnahmen, d.h. militärische „Unterstützungseinsätze“, begonnen:

1990/91 Operation Desert Storm, 1992 bis 1996 Operation Sharp Guard, ein Embargo zur Aushungerung Jugoslawiens, 1993 Kampuchea, 1993 bis 1995 Somalia. Mit dem Jugoslawien-Krieg wurden das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg massiv deutsche Soldaten in einem Krieg eingesetzt, völkerrechtswidrig und ohne „Mandat“, unter Führung einer rot-grünen Bundesregierung, mit gezielter Bombardierung von Zivilisten und ziviler Infrastruktur.

Die DDR

Die Deutsche Demokratische Republik war der östliche der beiden, nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffenen deutschen Staaten, der vom 7. Oktober 1949 bis zum 3. Oktober 1990 bestand. Die DDR ging aus dem Sieg der Sowjetunion über die Hitlerfaschisten hervor. Die Haltung der Kommunisten war gegen die Spaltung Deutschlands in zwei Staaten, aber die Teilung Deutschlands wurde durch die Westallierten unter der Führung der USA durch die Gründung der BRD betrieben.

Die DDR wurde gegründet als ein antifaschistischer Staat, basierend auf den zu der Zeit innerhalb der Internationalen Kommunistischen Bewegung bestehenden Vorstellungen über die antifaschistische Volksfront.

Die Gründung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands am 21./22. April 1946 ist ebenfalls in diesem Sinne zu verstehen. Die ruhmreiche Kommunistische Partei Deutschlands vereinigte sich mit der Sozialdemokratie auf Basis eben dieses Verständnis des Antifaschismus.

Es gibt offensichtlich jeden Grund die Vereinigung mit der Sozialdemokratie als problematisch anzusehen, jedoch würde die Behanldung dieser Frage hier den Rahmen sprengen.

Die DDR und die SED waren Instrumente der Herrschaft der Arbeiterklasse, geleitet vom Genossen Stalin, die zum ersten Mal in der Geschichte in Deutschland verwirklicht wurde. Markant ist dabei auch, dass in diesem Zusammenhang auch die nicht-erledigten Aufgaben der demokratischen Revolution in Deutschland erledigt wurden. Besonders hervorstechend dabei ist die Ausradierung des ost-elbischen Junkertums, den Resten des Feudalismus und Hort der deutschen Reaktion.

In diesem Sinne ist die DDR zu verstehen als eine große Errungenschaft, für die Millionen Kommunisten, Rotarmisten und Partisanen ihr Leben gaben. Die DDR war eindeutig ein Staat zum Wohle der Arbeiterklasse und des Volkes in Deutschland.

Das Problem ist die Machtübernahme des Chruschtschow-Revisionismus mit dem 20. Parteitag der KPdSU in der Sowjetunion im Jahr 1956, dem die Führung der DDR und der SED folgte. Aber es muss an dieser Stelle hervorgehoben werden, dass der Revisionismus nicht die Schuld des Marxismus ist, dass die revisionistische Entartung und die Errichtung eines sozial-faschistischen Regimes in der DDR nicht in Fehlern des Marxismus und seiner Anwendung begründet sind, sondern in den Restaurationsbestrebungen der Bourgeoisie.

Trotzdem ergibt sich daraus für uns ein schwerwiegendes Problem: Die Arbeiterklasse, auch wenn sie spontan kein sozialistisches Bewusstsein entwickelt, ist natürlich nicht dumm. Die Arbeiterklasse in Deutschland wurde auf deutschem Boden auf die schlimmste Art und Weise verraten. Der Revisionismus hat die Macht im antifaschistischen Staat DDR ursupiert und hat den antifaschistischen Staat in einen Staat der faschistischen Herrschaft verwandelt.

Dieser Verrat wiegt schwer und die Revolutionäre in diesem Land müssen diese Bürde schultern.

Wie verbittert die deutschen Revisionisten angesichts des Marxismus in Rage und Panik gerieten, zeigt u.a. ein Bericht über „Verbreitung chinesischer und albanischer Schriften in der DDR und Westdeutschland“ der Staatssicherheit der DDR aus dem Jahr 1963 u.a. an Walter Ulbricht und Erich Honecker. Dazu gehören insbesondere auch die wichtigen Schriften der Großen Debatte, durch welche der zeitgenössische Revisionismus in allen seinen Aspekten demaskiert und geschlagen wurde.

 


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