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Klassenstandpunkt #17

Posted: September 17th, 2020 | Author: | Filed under: Klassenstandpunkt | Kommentare deaktiviert für Klassenstandpunkt #17

Die gesamte Ausgabe als Download

Ansätze für Programme der Massenorganismen in der BRD, im Dienste der proletarischen Revolution

Auf dem Weg zu Rekonstitution der Kommunistischen Partei in diesem Land ist es notwendig, Keimformen für die Massenorganisationen der Partei zu schaffen. Diese Keimformen sind nicht die Massenorganisationen der Partei, diese können erst durch die Partei selbst geschaffen werden. Die Schaffung der Keimformen dieser Massenorganisationen ist dennoch eine dringende Aufgabe, die der Rekonstitution der Partei in diesem Land dient. Genossen müssen lernen, diese Art von Arbeit zu führen. Gleichzeitig müssen diese ersten Massenorganismen Organisationen sein, die in der Lage sind, in die Klassenkämpfe der Massen einzugreifen, eine Rolle in ihnen zu spielen und mehr und mehr eine führende Rollen in ihnen zu übernehmen. Aus diesem Anlass haben sich Aktivisten von unterschiedlichen Fronten der Massenarbeit aus unterschiedlichen Städten der BRD getroffen, um ihre Erfahrungen auszutauschen, auszuarbeiten was die aktuellen Tagesforderungen der Massen in der BRD sind und wie aktiv in die Klassenkämpfe einzugreifen ist. Was entstand sind Ansätze von Programmen, die Orientierung geben, um in der aktuellen Situation in diesem Land am Klassenkampf der Massen teilzunehmen und darauf hinzuarbeiten, ihn zu führen. Die drei besonderen Sektoren der Massen, auf die sich fokussiert wurde, waren die Arbeiterbewegung, die Frauenbewegung und die Studentenbewegung. Diese haben ihre Unterschiede und Gemeinsamkeiten, im jetzigen Moment sind sie für die Vorhut des Proletariats in der BRD die Hauptbereiche, auf die sich in der Massenarbeit fokussiert werden muss.

Als erstes ist festzuhalten, auf welcher Grundlage die Massenorganismen stehen, die in den Klassenkampf der Arbeiter eingreifen sollen, um die Massen in ihm zu politisieren, mobilisieren und organisieren. Diese Massenorganisationen haben im jetzigen Moment grundsätzlich drei allgemeine Charakteristiken, die allen gemeinsam sind:

1.) Sie sind weggeleitet vom Marxismus-Leninismus-Maoismus, hauptsächlich Maoismus mit den universell gültigen Beiträgen des Vorsitzenden Gonzalo, dem Gonzalodenken.

2.) Sie sind geführt durch den demokratischen Zentralismus. Das heißt konkret: jede Massenorganisation muss geführt sein von der Vorhut des Proletariats in der BRD und direkt ihrer Führung unterstellt sein.

3.) Sie dienen der Entwicklung der proletarischen Revolution in der BRD als Teil und im Dienste der proletarischen Weltrevolution. In diesem Moment ist der Kampf vor allem der um die Rekonstitution der Kommunistischen Partei Deutschlands.

Mit diesen drei Charakteristiken dienen die Keimformen der Massenorganisationen der Kommunistischen Partei der sozialistischen Revolution in Deutschland.

Für ein revolutionäres Programm der Arbeiterbewegung in der BRD!

Für die Massenarbeit unter dem Proletariat in der BRD müssen wir von einer ersten klaren Unterscheidung, d.h. Klassenanalyse ausgehen, die in ihren Grundzügen festgelegt ist. Das Proletariat ist die größte Klasse in der BRD und die einzig konsequent revolutionäre Klasse, sie ist die Hauptkraft der Revolution, darum ist das Gewicht des Programms zur Organisation des Proletariats in diesem Land besonders groß. Aber gerade weil das Proletariat so groß ist, ist es wichtig, die unterschiedlichen Schichten innerhalb des Proletariats zu unterscheiden. Wenn wir uns an die tiefsten und breitesten Massen wenden wollen, müssen wir auch wissen, wo wir diese finden können.

Für die Politisierung, Mobilisierung und Organisation des Proletariats in der BRD lassen sich im drei Themenbereiche, in denen die Arbeit entwickelt werden muss, feststellen: Antiimperialismus, Arbeiterkämpfe und Viertelkämpfe.

Antiimperialismus

„Wir sind Antiimperialisten, weil wir Marxisten sind, weil wir Revolutionäre sind […].“

José Carlos Mariátegui

Wir müssen zwei Dinge klar haben, wenn wir die Situation der proletarischen Massen in der BRD betrachten. Erstens, dass die BRD ein impernialistisches Land ist, das andere Nationen unterdrückt und ausbeutet. Das führt zu zweitens, dass der Großteil der Arbeiterklasse in Deutschland nicht „deutsch“ ist, sondern zu einem Großteil aus den unterdrückten Nationen oder anderen imperialistischen Ländern kommen. Diese beiden Faktoren führen zu der Notwendigkeit, ein besonderes Gewicht auf den Antiimperialismus zu legen.

Besonders die Massen aus unterdrückten Nationen bringen die Erfahrungen ihrer Völker über den Kampf gegen den Imperialismus mit. Die Völker Westasiens beispielsweise befinden sich jetzt seit Jahrzehnten im direkten Kampf gegen den Imperialismus (und für eine Zeit lang auch gegen den Sozialimperialismus). Auf dieser Grundlage wäre es eine Dummheit, darauf zu bestehen, dass die migrantischen Arbeiter nur auf der Basis von ökonomischen Kämpfen und der Durchführung der Revolution in der BRD zu gewinnen seien. Das einseitige Bestehen auf ökonomischen Forderungen führt unweigerlich zu Reformismus und Opportunismus, die kleine Verbesserung der Situation der Massen innerhalb des imperialistischen Systems wird über das Interesse der Revolution gestellt.Es wäre außerdem Arrogant den Massen gegenüber, davon auszugehen, dass sie keine politische Meinung haben und nur an ihre unmittelbaren ökonomischen Interessen denken. So werden die proletarischen Massen, im gegenwärtigen Moment insbesondere die migrantischen Arbeiter, vor allem durch den politischen Kampf gewonnen und nicht in erster Linie durch den ökonomischen. Sie wissen oftmals aus erster Hand, was die imperialistische Unterdrückung und Ausbeutung bedeutet. Besonders jene, die bei der letzten großen Migrationswelle in die BRD gekommen sind haben erlebt, wie der Imperialismus den Krieg in ihren Herkunftsländern entfacht.

Wir halten in unserer Arbeit stets den proletarischen Internationalismus hoch und entwickeln antiimperialistische Arbeit. Dabei sind die Volkskriege auf der Welt ganz entscheidende wegweisende Beispiele für die Völker der Welt, die zeigen, wie sich die Unterdrückten unter der Führung der Kommunistischen Parteien gegen das System erheben und ihm immer wieder kräftige Schläge verpassen. Darum halten wir die Volkskriege auf der Welt und auch die von Kommunistischen Parteien geführten Volkskämpfe und die nationalen Befreiungskämpfe gegen das imperialistische Joch, als Leuchtfeuer der Hoffnung und des Beispiels hoch und leisten Unterstützungsarbeit für sie.

Unterstützt die Volkskriege in Peru, Indien, der Türkei und auf den Philippinen!
Unterstützt die Volkskämpfe auf der Welt!
Unterstützt die nationalen Befreiungskämpfe auf der Welt.

In diesem Sinne muss die antiimperialistische Frontarbeit bundesweit und lokal mit allen revolutionären und fortschrittlichen Kräften entwickelt werden. Diese bestehen vor allem (wenn auch nicht ausschließlich) aus den unterschiedlichen migrantischen Organisationen, den Auslandsorganisationen kämpfender Parteien und Organisationen in den unterdrückten Nationen, die die Sturmzentren der Weltrevolution sind. Gegen diese entfesselt der Imperialismus immer wieder seine Kriege und Subversionen, die die Völker dieser Länder immer weiter in größere Misere, Hunger und Tod stürzen. Diese denunzieren wir entschieden und mobilisieren gegen sie.

Dabei ist der der Yankee-Imperialismus der Hauptfeind der Völker der Welt, denn er ist die einzige hegemoniale imperialistische Supermacht, der Gendarm der Weltreaktion, der auf allen Kontinenten der Welt hunderte Militärbasen unterhält und immer wieder danach strebt, unterdrückte Nationen zu seinen Kolonien und Halbkolonien zu machen. Um seine Hegemonie immer wieder zu stärken und auszudehnen stützt sich der Yankee-Imperialismus auch auf das imperialistische Bündnis der NATO, die er faktisch führt. Darum denunzieren wir die militärischen Aktionen der NATO als Werkzeug der Imperialisten und hauptsächlich der Yankee-Imperialisten.

Aber da wir unsere revolutionäre Arbeit in der BRD entwickeln, wenden wir uns auch speziell gegen den deutschen Imperialismus, der danach strebt, sich wieder zu einer imperialistischen Supermacht zu entwickeln und sich in der Welt wieder mit den anderen beiden imperialistischen Supermächten — USA und Russland – zu messen und sich die Welt Untertan zu machen. Auf dem Weg dorthin nutzt der deutsche Imperialismus auch die sogenannte „Europäische Union“ als ein Werkzeug, um seine Vorherrschaft weiter auszubauen. So ist die EU eine westeuropäische imperialistische Allianz unter der Führung des deutschen Imperialismus, das sich einige westeuropäische Länder als Halbkolonien untergeordnet hat. Darum denunzieren wir die EU als imperialistisches Werkzeug des deutschen Imperialismus. In seinem Streben sich zur Supermacht zu entwickeln hat der deutsche Imperialismus sich in den letzten Jahren besonders auf zwei Regionen fokussiert: Westasien und und Nord- und Westafrika. Hier entfesselt er Krieg, ist direkt daran beteiligt, tritt als Besatzer auf und entfaltet den bürokratischen Kapitalismus zu seinem Vorteil. Stets in Verschwörung und Zwist mit den anderen imperialistischen Supermächten und Mächten.

Imperialisten raus aus Westasien!
Deutscher Imperialismus raus aus Afrika!

Dort wo es Unterdrückung und Ausbeutung gibt, gibt es Widerstand. Wo es Widerstand gibt wirft die Reaktion die Kommunisten, Revolutionäre und fortschrittlichen Massen in ihre dunklen Kerker. Doch damit eröffnet sie bloß eine weitere Front, an der wir kämpfen können, drinnen und draußen. Darum unterstützen wir weltweit die revolutionären Gefangenen, es ist ein Ausdruck des proletarischen Internationalismus. Dort wo bereits revolutionäre Kriege entfesselt sind, gibt es auch revolutionäre Kriegsgefangene. Die Reaktion versucht diese als Banditen, Extremisten oder ähnliches abzustempeln, weil ihre Anerkennung als Kriegsgefangene ihnen internationale Rechte garantiert. Darum kämpfen wir für die Anerkennung ihres Status als revolutionäre Kriegsgefangene.

Unterstützt die revolutionären Gefangenen und revolutionären Kriegsgefangenen weltweit!
Für die Anerkennung des Status als revolutionäre Kriegsgefangene!

Faschismus bekämpfen – BRD zerschlagen!

Aktuell entfaltet der deutsche Staat immer wieder und immer mehr die faschistische Massenbewegung in der BRD. Er versucht sie zu kontrollieren, so dass sie sich nicht über die Notwendigkeiten des deutschen Imperialismus hinaus entwickelt. Die faschistische Tendenz des bürgerlichen Staates zeigt sich ganz deutlich. Auch in anderen Ländern der Welt gibt es eine vergleichbare Situation, mit ihren jeweiligen Besonderheiten. Wir können den antifaschistischen Kampf nur erfolgreich entwickeln und nicht zu Verteidigern der bürgerlichen Demokratie und damit der Diktatur der Bourgeoisie werden, wenn wir ihn dazu nutzen, die Massen für den antiimperialistischen Kampf zu gewinnen. Darum müssen wir stets die Diktatur der Bourgeoisie, die den deutschen bürgerlichen Staat als ihr Werkzeug manifestiert, und ihren Zusammenhang mit der bürgerlichen Demokratie und dem Faschismus als zwei mögliche Regierungssysteme der Bourgeoisie entlarven. Der antifaschistische Kampf muss stets einen proletarisch internationalistischen Charakter haben. Er muss sich direkt gegen den bürgerlichen Staat richten. Imperialismus, Diktatur der Bourgeoisie, bürgerliche Demokratie/Faschismus sind nicht voneinander zu trennen. Eine oft übersehene Tatsache ist, dass es Aufgrund der vielen Migranten in der BRD auch einen großen Anteil ausländischer Faschisten, wie z.B. aus der Türkei oder Polen, gibt.

Solidarität heißt Widerstand – Kampf dem Faschismus in jedem Land!
Das wahre Gesicht ihrer Demokratie — Massenmörder, das sind sie!
Entfaltet die antifaschistische Mobilisierung unter den breiten Volksmassen, um sie allgemein für den antiimperialistischen Kampf zu gewinnen!

Auf diesen grundlegenden Punkten entwickeln wir die klassenbewusste Mobilisierung des Proletariats für den antiimperialistischen Kampf, insbesondere seiner tiefsten und breitesten Schichten, für das Ziel der proletarischen Revolution in der BRD im Dienste der Weltrevolution.

Arbeiterkämpfe

Will man die Arbeiterklasse politisieren, mobilisieren und organisieren, dann muss man an den Tageskämpfen der Arbeiter teilnehmen, auch wenn es nicht reicht sich auf diese zu beschränken. Die Grundlage für diese Beteiligung ist die Umsetzung der „drei Mit‘. Man muss mit den Massen leben, das heißt mit ihnen Wohl und Wehe teilen. Man muss mit den Massen arbeiten, das heißt die gleiche Arbeit machen wie sie, also einer von ihnen sein. Erst dann wird man in der Lage sein auch mit den Massen zu kämpfen, als einer von ihnen und nicht als ein Fremder, als ein Besserwisser der nur leere Reden schwingt aber selber ein gemütliches Leben führt, als jemand der nicht aus den Massen kommt, sondern von außerhalb. Arbeiterkämpfe bedeutet nicht nur ökonomische Kämpfe, sondern umfasst eine ganze Reihe von Tageskämpfen, denn schon von Marx und Engels wissen wir, dass jeder Klassenkampf ein politischer Kampf ist. Es sind Kämpfe von Arbeitern jeden Alters. Von den Schülern und Jugendlichen in den Arbeitervierteln, die von der Polizei belästigt werden, über die jugendlichen Arbeiter und Auszubildenden, die von ihrem Lohn nicht leben können, bis zu den Senioren und Rentnern, die nach einem Leben voller Arbeit nicht von ihrer Rente leben können. Diese Tageskämpfe der Arbeiter führen wir nicht als Selbstzweck, wir entwickeln sie im Sinne der Rekonstitution der Kommunistischen Partei Deutschlands, das heißt im Dienst des Kampfes um die Macht.

Wir organisieren vor allem die am meisten ausgebeuteten Arbeiter, das heißt vor allem die ungelernten Hilfsarbeiter und migrantischen Arbeiter, die oft auch illegale Arbeit machen, die sogenannte Schwarzarbeit machen, das sogenannte Dienstleistungsproletariat, das die Arbeiten mit den schlechtesten Bedingungen und der schlechtesten Bezahlung macht. Die Bourgeoisie versucht stets unsere Klasse zu spalten, diese Spaltung bekämpfen wir in jeder ihrer Formen. Wir sind eine Klasse auf der ganzen Welt und erheben die Parole: Eine vereinigte Arbeiterklasse wird unbesiegbar sein! Aber die Spaltung der Arbeiter wird auf vielen Ebenen forciert, Männer gegen Frauen, Migranten gegen Deutsche, Christen gegen Muslime, Polen gegen Türken, Türken gegen Kurden usw. Besonders ins Gewicht fällt in den letzten Jahren, dass die deutsche imperialistische Bourgeoisie verstärkt auf ihren imperialistischen Chauvinismus und seine alten Vorurteile setzt, um die deutschen und und ausländischen Arbeiter zu spalten. Diese Spaltung wird dafür genutzt, dass migrantische Arbeiter und vor allem Flüchtlinge immer mehr am Existenzminimum ausgebeutet werden, oft bekommen sie niedrigere Löhne oder erhalten gar keine Arbeitserlaubnis, so dass sie gezwungen werden in sogenannte „Schwarzarbeit” zu gehen. Die Klassen und Schichten die aus anderen Ländern in die BRD einwandern, fallen hier oft in die tiefsten Schichten des Proletariats herab. Wir fordern darum die Arbeitserlaubnis für alle von ihnen und sagen sie sollen keinen Cent weniger bekommen als alle anderen. Darum fordern wir „Lasst die Leute arbeiten!“ und ergänzen dies mit der alten aber noch immer korrekten Parole der internationalen Arbeiterbewegung:

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!

Das gleiche gilt auch für Arbeiter in unterschiedlichen Ausbeutungsverhältnissen. Vor allem die Leiharbeit ist ein Ausbeutungsmechanismus, der in den letzten Jahren vermehrt von der Bourgeoisie eingesetzt wird. Zum in der Regel wesentlich geringeren Lohn kommen noch andere Mechanismen die hier umgesetzt werden, wie z.B. das sogenannte Zeitkonto, durch das die unbezahlte Arbeitszeit der Leiharbeiter noch vergrößert wird. Aber das wesentlichste dabei ist vor allem die Zersplitterung der Arbeiter, wodurch die Organisation der Arbeiter im Betrieb massiv erschwert wird. da sie von Tag zu Tag verschoben werden können und keine feste Arbeitsstelle haben. Meistens kennen sich nicht einmal die Leiharbeiter aus einer Firma. Diese Maßnahme hat für die Bourgeoisie weniger einen ökonomischen Sinn, da sie durchaus in der Lage wäre diese Arbeiter in festen Verhältnissen auszubeuten. Der Hauptzweck dieser Maßnahme ist vor allem dem Proletariat in der BRD organisatorisch den Rücken zu brechen. Darum wird die Leiharbeit auch immer weiter auf andere Bereiche ausgeweitet, nicht mehr nur das klassische Industrieproletariat wird mehr und mehr in Leiharbeit verschoben, sondern auch pädagogische Berufe und ähnliche. Darum ist die Forderung nach der Abschaffung der Leiharbeit in diesem Sinne von vitalem Interesse für die Arbeiterbewegung in der BRD und richtet sich gegen den Plan der Bourgeoisie. Doch diese Forderung stellen wir nicht als Bittsteller an den bürgerlichen Staat, sondern als eine Grundlage um die Arbeiter auf einer gemeinsamen Grundlage zu organisieren und ihre Tagesforderungen voran zu treiben.

Die Kämpfe der Arbeiter in den Betrieben müssen mit allen Mitteln entwickelt werden, sie sind Schulen für das Proletariat, die es für seine eigentliche Aufgabe, die Eroberung der Macht, vorbereiten. Darum müssen die Arbeiter in ihren Kämpfen im Betrieb bereits im Kampf gegen den Revisionismus und in der revolutionären Gewalt geschult werden. Der Kampf gegen den Revisionismus richtet sich hier gegen alle, die das Proletariat von seiner großen geschichtlichen Aufgabe ablenken wollen. Jene, die zwar vorgeben, Vertreter der Arbeiter zu sein aber ihren Kampf letztendlich in legale Bahnen lenken wollen, ungefährlich für die Diktatur der Bourgeoisie und ihren Staat. Eine Art mit der wir dabei im Betrieb immer wieder in Kontakt kommen werden sind die Vertreter der gelben Gewerkschaften in allen Formen und Farben. Von sich revolutionär gebend bis hin zu offenen Predigern der sogenannten „Sozialpartnerschaft“ sind alle dabei. Am Ende dienen sie ob bewusst oder unbewusst alle den Interessen der Herrschenden, die mit den gelben Gewerkschaften eine feste Stütze für ihr System gefunden haben, ein Mittel zur Aufrechterhaltung der Diktatur der Bourgeoisie. Es gilt den gewaltigen Berg von Abfall zu entsorgen.

Die gelben Gewerkschaften als konterrevolutionäre Elemente entlarven und Arbeiterkämpfe entwickeln!

Die Kämpfe des Proletariats im Betrieb entwickeln sich vom kleinen zum großen. Ziel ist es bei all diesen, die klassenbewusste und kämpferische Organisation der Arbeiter und insbesondere ihrer meist ausgebeuteten und unterdrückten Teile, das heißt der ungelernten Hilfsarbeiter, Leiharbeiter und migrantischen Arbeiter. Von den kleinen Kämpfen im Betrieb ausgehend müssen wir darauf hin arbeiten zur Hauptform des ökonomischen Kampfes der Arbeiter zu gelangen: dem Streik. Diese müssen stets einen militanten Charakter haben, um nicht zu einem legalistischen Mittel zu verkommen, so können sie beispielsweise mit Aktionen wie Sabotage gegen die Produktionsmittel der Bourgeoisie verbunden werden.

Als erstes steht für das Proletariat in der BRD dabei auf der Tagesordnung, sich das Recht auf den Streik wieder zu erkämpfen, denn es ist zu beachten, dass der politische Streik in der BRD per Gesetz verboten ist und auch der ökonomische Streik ist stark eingeschränkt. So darf legal nur gestreikt werden, wenn der Streik durch eine Gewerkschaft, das heißt heute durch die Arbeiterverräter der gelben Gewerkschaften, organisiert werden und ist auch ansonsten stark eingeschränkt. Alles andere gilt als sogenannter „wilder Streik“ und wird nicht als Ausdruck der Tagesforderungen der Arbeiter anerkannt (womit die BRD nur ein weiteres Mal ihren korporatistischen Charakter offenbart). Darum müssen die Arbeiter bis zur Erkämpfung des Rechts auf den Streik auch andere Kampfformen entwickeln und anwenden. Dienst nach Vorschrift, kollektive Verlängerung der Pausenzeiten auf eigene Initiativen und kollektive Krankschreibungen können solche Kampfformen sein. Egal ob der Streik oder eine andere Kampfform angewandt wird müssen diese darauf ausgerichtet seine die Bourgeoisie und ihre Produktionsabläufe möglichst empfindlich zu treffen, das heißt der größtmögliche Schaden entsteht. Marx stellte richtigerweise fest, dass der Streik ein Guerillakrieg ist und genau so muss er auch geführt werden. So trifft z.B. ein Arbeitskampf in der Paketlogistik besonders um die Weihnachtszeit herum die Bourgeoisie empfindlich.

Für ein unbegrenztes Streikrecht der Arbeiter!

Während der deutsche Imperialismus seine
Aggression nach Außen ausweitet entwickelter nach
Innen den Angriff und Abbau von demokratischen
und anderen Rechten, die sich die Arbeiterklasse
erkämpft haben. Der 8-Stunden-Tag, der vor 100
Jahren von der Arbeiterklasse in Deutschland im
Kampf gegen die Bourgeoisie errungen wurde, wird
immer wieder angegriffen. Arbeitszeiten werden
offiziell oder inoffiziell verlängert, viele Arbeiter,
wie z.B. Leiharbeiter, können trotz der längeren
Arbeitszeiten nicht von ihrem Lohn leben, weil sie
nicht ausbezahlt bekommen was sie arbeiten.

Verteidigt den 8-Stunden-Tag!

Rechte wie die Meinungs-und Demonstrationsfreiheit werden immer weiter eingeschränkt. Der G20-Gipfel in Hamburg war ein Musterbeispiel dafür. Aber auch zu anderen Gelegenheiten, wie z.B. bei Besuchen von Staatsgästen werden immer wieder Demonstrationen verboten. Es werden Prozesse geführt darüber, was ein Revolutionär sagen kann und was nicht. Beides — Meinungs- und Demonstrationsfreiheit – sind von der Arbeiterklasse erkämpfte demokratische Rechte. Ohne dieses marode System und seine bürgerliche Demokratie zu verteidigen, verteidigen wir die Rechte die durch unsere Klasse erkämpft wurden.

Das Proletariat besteht nicht nur aus jenen, die aktiv jeden Tag ihre Arbeitsstunden ableisten. Auch die Kinder und Jugendlichen, die vom System noch darauf vorbereitet werden, Teil des Ausbeutungssystem zu werden und jene, die ihren aktiven Teil in ihm schon abgeschlossen haben, die Rentner, gehören zum Proletariat. Und so haben auch die unterschiedlichen Teile der Arbeiterklasse ihre gerechtfertigten Tagesforderungen, die wir an dieser Stelle kurz nennen wollen:

– Kinder: Für genügend Kitaplätze; für gute angemessene Betreuung in Arbeitervierteln; für eine Vergesellschaftung der Kinderbetreuung.

– Schüler: Gegen die Spaltung und Selektion von Kindern in der Schule; gegen die imperialistische Propaganda in der Schule; kämpft gegen das bürgerliche Propagandawerkzeug der Schule, kämpft gegen Spaltung der Arbeiterklasse durch ein mehrgliedriges Schulsystem, kämpft gegen Praktika als unbezahltes Arbeiten.

– Lehrlinge: Mindestlohn auch im ersten Lehrjahr; Ausbildungspflicht in jedem Meisterbetrieb; mobilisiert die Lehrlinge und denunziert jede Form von Gratisarbeit und ausbildungsfremder Tätigkeit im Betrieb, Auszubildende sind keine billigen Hilfskräfte.

– Arbeiter in Beschäftigung: Für einen Lohn der zum Leben reicht: für die volle Erstattung der Anreisekosten zum Arbeitsplatz; Abschaffung der Mehrwertsteuer; für bezahlte Pausen: für Zuschläge bei Überstunden; Wochenendarbeit muss freiwillig sein; für Einhaltung der Erholungszeiten; für kostenlose Arbeitskleidung; Essen, trinken und Toilettengänge müssen gewährleistet sein; gegen die Kontrollschikane bei Krankmeldung; für Familiengerechte Arbeitszeiten; tatsächliche und angemessene Arbeitssicherheit muss gewährleistet werden; gegen Überwachung am Arbeitsplatz.

– Rentner: kämpft gegen die Verarmung im Alter und die Aufbewahrung in schlechten Pflegeeinrichtungen, für eine Rente die zum Leben reicht; für gut bezahltes, ausgebildetes, ausreichendes Pflegepersonal: für menschenwürdige Pflege im Alter; kämpft gegen das steigende Renteneintrittsalter; wir sind eine Klasse, egal ob jung oder alt und kämpfen zusammen.

Viertelkämpfe

Die Entwicklung der Kämpfe in den Arbeitervierteln hat eine besondere Bedeutung für die revolutionäre Arbeit in der BRD bekommen. Während früher die Arbeiter dicht zusammengedrängt in den Fabriken und meist dazugehörigen Wohnbaracken waren, ist die Situation heute anders. Nicht erst durch Maßnahmen wie die Leiharbeit wurde das Proletariat in Deutschland zunehmend zersplittert. Die Orte, an denen es jetzt dicht gedrängt ist und außerhalb der Arbeit aufhält, sind die Arbeiterviertel. Hier können die Arbeiter, die sonst isoliert in verschiedenen Firmen, nur als kleine Arbeitstrupps zusammenkommend, arbeitslos oder sonst wie zersplittert sind, erreicht und organisiert werden. Eine Vernetzung und Organisation all dieser Arbeiter ist letztendlich, aufgrund der bereits mehrfach genannten Gründe, dauerhaft nur in den Arbeitervierteln möglich. Darum muss die revolutionäre Arbeit sich hier basieren.

Das weiß auch die Reaktion und sie fürchtet um die Macht der Massen, wenn diese sich organisieren. Aus diesem Grund beginnt sie einen Angriff auf die Arbeiterviertel an zwei Fronten gleichzeitig: Militarisierung und soziale Befriedung. Die Militarisierung bedeutet mehr Überwachung. mehr Bullenstreifen, mehr Polizeistationen. mehr Bewaffnung für die Polizei — Waffen wie Taser und Kriegswaffen werden eingeführt – und manche Viertel werden periodisch von der Polizei besetzt. Bewohner der Arbeiterviertel werden von der Polizei schikaniert und unter Generalverdacht gestellt, oftmals unter dem Vorwand des Kampfes gegen die Drogen oder gegen „den Terror“. Hier manifestiert sich auch ein Ausdruck der faschistischen Tendenz des bürgerlichen Staates.

Die Front der sozialen Befriedung nutzt Aufwertung und sogenannte soziale Durchmischung als Befriedungsmaßnahmen. Ansiedlung kleinbürgerlicher Schichten steigert perspektivisch die Mieten, das Viertel wird aufgewertet, ein Teil der Arbeiter wird verdrängt und die sogenannte „Ghettoisierung“ wird verhindert. Das heißt, die Armen sollen nicht nur unter sich bleiben, es sollen keine feste Strukturen in den Arbeitervierteln entstehen, die sich abseits von staatlichen Strukturen und staatlicher Kontrolle bewegen. Durch die ständige soziale Durchmischung soll das verhindert werden.

Gegen die Militarisierung der Arbeiterviertel!
Schluss mit der Polizeischikane!
Gegen die Aufstandsbekämpfung unter dem Deckmantel der Kriminalitätsbekämpfung!
Bullen raus aus den Arbeitervierteln!
Was sie Sicherheit nennen, ist die Sicherheit der Ausbeuter und Unterdrücker!

Gegen die soziale Durchmischung wendet sich auch der Kampf gegen steigende Mieten bzw. für bezahlbaren Wohnraum für die Arbeiterklasse. Dabei werden allerdings nicht die anderen Klassen, die hier als Schachfiguren im Plan der Bourgeoisie agieren, zum Feind erklärt. Auch die Studenten und Kleinbürger können Teil der proletarischen Revolution sein. Wer etwas anderes tut wendet sich gegen die Interessen der Volksmassen und vertieft nur ihre Spaltung und stellt sich damit auch die Seite der Bourgeoisie. Nicht nur die Höhe der Miete ist eine entscheidende Frage, sondern auch die Qualität des Wohnraums, viele Wohnungen in Arbeitervierteln sind betroffen von Schimmel, isolieren nicht richtig, haben kaputte Fensterrahmen, wodurch es zieht usw. Kosten für Renovierungen oder Mängelbehebung werden immer an die Mieter weiter gegeben, sodass jene die eh schon wenig haben noch weiter ausgeblutet werden.

Eine Randbemerkung sei hier die seit Jahren steigende Obdachlosigkeit in der BRD, die nicht mehr nur ein Randphänomen ist. Noch gibt es keine großen Slums mit selbstgebauten Hütten in der BRD, aber wenn der Trend so weiter geht, wird es nicht mehr lange dauern.

Für bezahlbaren und guten Wohnraum für unsere Klasse!

Womit wir auch bei unserer täglichen Arbeit in den Arbeitervierteln konfrontiert sind, sind Lumpen der verschiedensten Art. Besonders die organisierten Elemente unter dieser verfaulten Klasse stellen eine konterrevolutionäre Reserve für die Reaktion dar. Leicht können diese Elemente vom bürgerlichen Staat gegen die revolutionäre und progressive Bewegung gehetzt werden. Ihre massenfeindlichen Geschäfte – vor allem Drogenhandel und Prostitution — vergiften die Körper und Köpfe unserer Klasse, von der Jugend bis zu den Alten. Darum muss dieser Abschaum bekämpft werden, der seine Geschäfte auf dem Rücken des Volkes macht. Dabei richtet sich der Kampf gegen die Prostitution nicht gegen die Prostituierten, sondern gegen die Zuhälter und Freier. Prostitution ist Teil des Patriarchats und der Gewalt gegen Frauen. Auch der Kampf gegen die Drogen und die Dealer richtet sich nicht gegen die Abhängigen. Ihnen muss der Weg zu einer produktiven Arbeit und in die Reihen der Revolution offen gehalten werden.

Lumpenpack raus aus den Arbeitervierteln!
Gegen Drogendealer in den Arbeitervierteln!

Bei unserer Tätigkeit in den Vierteln treten wir für die Religionsfreiheit ein, jeder hat das Recht das zu glauben oder nicht zu glauben was er will. Besonders in der Frage von Muslime, die in der BRD heutzutage besonders stark von chauvinistischer Hetze betroffen sind wenden wir uns gegen jede Form des Anpassungszwangs und staatlichen Eingriffs in die Ausübung der Religionsfreiheit (z.B. Kopftuchverbot). Gleichzeitig behalten wir uns das Recht vor falsche Ideen unter den Massen zu bekämpfen, allerdings ohne die religiösen Gefühle der Gläubigen zu verletzen, um reaktionären Kräften keinen Vorteil zu verschaffen. Integration bedeutet Assimilation, das bedeutet Anpassung an den imperialistischen Chauvinismus der BRD.

Auch wenn damit nicht das menschenverachtende imperialistische System stürzen werden müssen in dem täglichen Elends des Systems den Massen bereits eine Alternative, den Keim eines neuen Lebens, einer neuen Kultur aufzeigen und als positives dem alten System entgegen setzen. Aus diesem Grund müssen wir damit beginnen, in den Arbeitervierteln neue Freizeitgestaltungsmöglichkeiten zu schaffen, wie zum Beispiel kollektive kulturelle oder sportliche Aktivitäten. So müssen wir auch die revolutionäre Kulturarbeit in die Arbeiterviertel bringen und sie zu einer Waffe im Kampf gegen die bürgerliche reaktionäre Propaganda zu machen. Darum sagen wir auch „Die Wände gehören dem Volk!“, denn auf ihnen kann sich das Volk ausdrücken und seine Meinung sagen. Alle anderen Möglichkeiten, die Presse, das Fernsehen und auch das Internet usw. sind in den Händen der Bourgeoisie. Darum bleiben dem Volk nur die Wände.

Für eine revolutionäre Frauenbewegung in der BRD, die Militante und Führerinnen schafft!

Mit der Gründung des ersten Roten Frauenkomitees in der BRD 2013 erhielt die revolutionäre Frauenbewegung in diesem Land einen großen Impuls. Doch die Situation eben dieser hat sich seitdem stark weiterentwickelt. Während dieses Kampffeld 2013 vom Revisionismus und Opportunismus und sogar der Reaktion fast unbesetzt war, ist es heute nahezu überlaufen. Schrieben kleinbürgerliche Autorinnen 2013 noch Artikel darüber warum sie keine Feministinnen seien, so gehört es heute schon zum guten Ton sich als Feministin zu bezeichnen. Heute reden viele über proletarischen Feminismus oder benutzen ähnliche Formulierungen, um diese Begriffe dann mit ihrem revisionistischen und opportunistischen Müll zu füllen. Darum müssen wir einleitend wieder bestätigen, dass der proletarische Feminismus einzig und allein in dem Dokument „Marxismus, Mariátegui und die Frauenbewegung“, von der Kommunistischen Partei Perus, ausgearbeitet unter der direkten Führung des Vorsitzenden Gonzalo, genau definiert wurde. Genau so ist der proletarische Feminismus unzertrennlicher Bestandteil des Marxismus-Leninismus-Maoismus, hauptsächlich Maoismus und der universell gültigen Beiträge des Vorsitzenden Gonzalo, dem Gonzalodenken. Das alles müssen alle Genossinnen und Genossen die ihre Arbeit unter der Führung der Vorhut des Proletariat in der BRD entwickeln stets klar haben und auf dieser Grundlage wurde die Arbeit der Roten Frauenkomitees von Anfang an entwickelt, darum bestehen wir einleitend darauf.

Eine andere Sache, die wir auch einleitend klar stellen müssen ist ob die Roten Frauenkomitees dazu dienen die Frauen von der restlichen Arbeit zu isolieren und sich nur um „Frauenprobleme“ kümmern sollen. Ein Vorwurf der oft von den Revisionisten und Opportunisten kommt und auch von manchen einfach nicht verstanden wird. Dazu muss klar gesagt werden die höchste Form der Organisation des Proletariats die Kommunistische Partei ist, in ihr hat das Geschlecht keine Bedeutung für die Rechte und Pflichten der Mitglieder. Sie sind für alle gleich. Jedoch kann nicht geleugnet werden, dass die proletarischen Frauen doppelt unterdrückt sind und dass Frauen durch das Patriarchat unterdrückt sind. Dadurch manifestiert sich in den Frauen eine große revolutionäre Kraft, die entfesselt werden muss. Dazu bedarf es Organisationen wie den Roten Frauenkomitees, die Frauen im Kampf gegen Imperialismus und Patriarchat politisieren, mobilisieren und organisieren. Vieles hat sich getan in den letzten Jahren, aber vieles muss auch noch getan werden. Unsere Erfahrungen sind nicht allumfassend und auch unsere Untersuchungsarbeit ist nicht vollständig. Aber unsere Erfahrungen sind auch nicht zu unterschätzen und mit ihnen haben wir eine Grundlage im Kampf der Frauen in der BRD gegen Imperialismus und Patriarchat eine Rolle zu spielen.

Als revolutionäre Frauen uns selbst revolutionieren

Als revolutionäre Frauen müssen wir die unterschiedlichen Ausdrücke des Patriarchats klar erkennen Auf der einen Seite, wie es sich in der Gesellschaft im Allgemeinen und durch die Unterdrückung der Frau durch den Mann ausdrückt. Allerdings müssen wir auch klar erkennen, dass wir Frauen selber nicht frei sind von patriarchalen Vorurteilen, dass auch wir Frauen in dieser Gesellschaft uns selber patriarchale Ideen, Kriterien und Standpunkte gegenüber Frauen (das heißt auch uns als Individuen gegenüber) aneignen. Wollen wir die Entwicklung der revolutionären Frauenbewegung, im Dienste der Revolution in diesem Land, vorantreiben, wollen wir Führerinnen und Militante voranbringen, die in der Lage sind Frauen und unsere Klasse im Allgemeinen zu führen, dann müssen wir vor allem bei uns anfangen die Vorurteile der alten Gesellschaft zu zerschlagen und den proletarischen Feminismus zu verkörpern. Die Pseudotheorie der minderwertigen weiblichen Natur ist eine der ältesten ideologischen Rechtfertigungen für die Unterdrückung der Frau. Sie ist nicht erst entstanden mit dem Imperialismus, sondern schon mit der Entstehung des Privateigentums an sich. Mit jeder neuen herrschenden Klasse wurde diese Pseudotheorie modifiziert, aber im Kern blieb ihre Aussage immer die gleiche: Frauen sind das schwache Geschlecht. Frauen können bestimmte Dinge angeblich nicht, nur weil sie Frauen sind. Das ist, was den Frauen auf der ganzen Welt täglich eingeredet wird. Das führt dazu, dass auch Frauen im Allgemeinen und sogar Genossinnen sich immer wieder diese falschen Ideen, Kriterien und Standpunkte zu eigen machen und an den Tag legen. Wollen unsere Genossinnen ihre Pflicht gegenüber dem internationalen Proletariat und den unterdrückten Frauen der Welt erfüllen, können sie dies nicht dulden und müssen daran arbeiten, sich selber zu revolutionieren und alle falschen Ideen in der Frage der Frau bei sich selber zerschlagen und hinwegfegen. Es kann nicht sein, dass unsere Genossinnen nicht in der Lage sind einen Ball o.Ä. zu werfen. Es kann und darf nicht sein, dass unsere Genossinnen sich verhalten wie stille Mäuschen und sich nicht trauen, den Mund auf zu machen, vor allem nicht, wenn jemand patriarchale Positionen vorträgt. Mit diesem Standpunkt müssen alle unsere Genossinnen ihre Arbeit anpacken. Dass Genossinnen anfangen zu weinen wenn sie kritisiert werden, um Mitleid zu erzeugen und nicht mehr so hart kritisiert zu werden, egal ob bewusst oder unbewusst, es ist Schutz des bürgerlichen Egos. So kann die Pseudotheorie der minderwertigen weiblichen Natur zwei allgemeine Ausdrücke haben, die in unterschiedliche Richtungen gehen. Der erste ist, dass sich die Genossinnen nichts zutrauen und sich so selber zu passiven Wesen degradieren, die nicht den Marxismus hochhalten, verteidigen und anwenden und so letztlich verkörpern. Der zweite ist, dass sich Genossinnen als „besondere Wesen“ betrachten, Wesen für die nicht die gleichen Pflichten gegenüber der Revolution gelten, wie für die männlichen Genossen. Doch die Disziplin in unseren Reihen ist für alle, unabhängig von Alter, Herkunft und eben auch Geschlecht, gleich! Der Kampf gegen diese und ähnliche Ausdrücke des Patriarchats in unseren Genossinnen müssen bis zum Schluss bekämpft werden.

Eine andere patriarchale Lüge ist der angebliche Apolitismus der Frauen, die Behauptung dass Frauen sich einfach nicht für Politik interessieren Diesem müssen unsere Genossinnen begegnen, indem sie das höchste Interesse für die Entwicklung der politischen Arbeit an den Tag legen und damit auch die weiblichen Massen anstecken. Unsere Genossinnen sind Rebellinnen und es gibt nichts was Männer können, was sie nicht auch können.

Die Rolle der Vorbilder kann dabei eine wichtige Stütze im Zweilinienkampf sein. Die Geschichte der revolutionären Frauen aus dem internationalen Proletariat, die jede Form der angeblichen minderwertigen weiblichen Natur und des Apolitismus abgelehnt haben, ist lang und vielfältig. Genossin Norah, Chiang Ching, Olga Benario, Clara Zetkin und Rosa Luxemburg sind nur einige Beispiele, die von allen Genossinnen und Genossen hochgehalten werden sollten. Aber dabei dürfen sie niemals zu toten, unerreichbaren Ikonen stilisiert werden. Es muss immer hervorgehoben werden, dass Frauen. wenn sie die Politik als Befehl setzen, auch eine solch bedeutende Rolle spielen können.

Wir Frauen können uns nur selbst befreien und wenn wir nicht unsere eigenen patriarchale Ideen. Haltungen, Kriterien und Standpunkte bekämpfen. können wir das auch nicht bei den Genossen erfolgreich tun. Nur wenn wir diese patriarchalen Vorurteile bei uns selbst bekämpfen, können wir uns mit den proletarischen Massen — ob männlich oder weiblich – verbinden und als Beispiele voran gehen. Frauen können genau so wie Männer auch reaktionäre und falsche Standpunkte haben, darum dürfen Genossinnen auch nicht jede Kritik aus den Massen an ihnen mit der Begründung patriarchaler Männer mundtot machen, sondern müssen diesen Kritiken aufmerksam zuhören und sich selbst und ihren Arbeitsstil stets überprüfen.

Der Kampf gegen patriarchale Ideen endet natürlich nicht bei unseren Genossinnen, sondern geht auch bei allen männlichen Genossen und Massen weiter. Doch es ist wichtig, dass wir bei uns anfangen, damit wir nicht als „Meckerziegen“ erscheinen, die nur rumlaufen und sagen, dass man dies und das nicht tun oder sagen darf. Der Kampf muss auch vor allem auf ideologischer und politischer Grundlage geführt werden, um patriarchalen Methoden keinen Boden zu geben. Eine falsche Haltung einer führenden Genossin ist richtig zu kritisieren, aber nicht weil sie als Frau „falsche Eigenschaften“ hat, sondern die Ideologie nicht verkörpert.

Kampf dem bürgerlichen und kleinbürgerlichen Feminismus

In dieser Frage möchten wir ein Zitat des großen
peruanischen Kommunisten Jose Carlos Mariátegui
voranstellen:

„Niemand sollte davon überrascht sein, dass nicht alle Frauen in einer einzigen feministischen Bewegung zusammenkommen. Der Feminismus hat notwendigerweise verschiedene Farben, verschiedene Tendenzen. Im Feminismus können drei ‚fundamentale Richtungen ausgemacht werden, drei subsianzielle Farben: bürgerlicher Feminismus, kleinbürgerlicher Feminismus und proletarischer Feminismus. Jeder dieser drei Feminismen formuliert seine Forderungen auf verschiedene Weisen. Die bürgerliche Frau vereint den Feminismus mit den Interessen der konservativen Klasse. Die proletarische Frau vereint ihren Feminismus mit dem Glauben der revolutionären Massen an die Gesellschaft der Zukunft. Der Klassenkampf – ein historisches Faktum und nicht nur eine theoretische Aussage – spiegelt sich auf der Ebene des Feminismus wieder. Frauen wie Männer sind Reaktionäre, Zentristen oder Revolutionäre. Sie können — konsequenterweise — nicht alle gemeinsam die gleiche Schlacht schlagen. Im aktuellen menschlichen Panorama trennt die Klasse Individuen mehr als das Geschlecht.“

Wie eingangs erwähnt war vor einigen Jahren das Thema Feminismus von bürgerlicher und kleinbürgerlicher Seite aus fast unbesetzt und höchstens eine Randerscheinung, wie die reaktionäre Zeitschrift „Emma“ oder vielleicht ein paar kleinbürgerliche feministische Zirkel. Seitdem hat es eine große Offensive des bürgerlichen und kleinbürgerlichen Feminismus gegeben, die darauf zielt den proletarischen Feminismus zu bekämpfen oder versucht ihn zu entstellen und mit Elementen des bürgerlichen und kleinbürgerlichen Feminismus zu vermischen. Besonders der bürgerliche Feminismus hat mit der letzten sogenannten Flüchtlingswelle einen großen Aufschwung bekommen. Er zielt vor allem darauf die tiefsten und breitesten Massen zu spalten, die Frauenmassen und die migrantischen Arbeiter durch imperialistisch chauvinistische Vorurteile zu entzweien. Damit dient er direkt den Interessen der Bourgeoisie in diesem Land. Der kleinbürgerliche Feminismus entfesselt vor allem einen Sturm des Opportunismus. Er versucht den Klassencharakter der unterschiedlichen Feminismen zu negieren, redet von einem „Feminismus ohne Subjekt“ und stellt den Kampf der Homosexuellen und Transsexuellen gegen ihre Unterdrückung gleich mit dem Kampf der Frauen um ihre Emanzipation. Diese Sachen haben nichts zu tun mit dem proletarischen Feminismus und das muss auf Schritt und Tritt der revolutionären Frauenbewegung klar und deutlich denunziert werden, damit es keine Missverständnisse oder Unklarheiten gibt. Dass diese Kräfte nicht davor zurückschrecken, die proletarisch feministische Bewegung zu denunzieren und Intrigen gegen sie zu schmieden, hat sich in der Vergangenheit zur genüge gezeigt. Die aufrichtigen Elemente dieser Strömungen können und müssen gewonnen werden, um ihren Beitrag zur revolutionären Frauenbewegung und der Revolution in diesem Land zu leisten.

Dieser längere ideologisch-politisch einleitende Teil war notwendig um klar zu machen auf welcher Grundlage die revolutionäre Frauenbewegung entfaltet werden muss. Wir können nun dazu übergehen die konkreteren Fragen und die Tagesforderungen der revolutionären Frauenbewegung in der BRD zu behandeln.

Zu den am meisten unterdrückten Frauen gehen

Natürlich beschränkt sich die Unterdrückung der Frau nicht auf das Proletariat, die Frau ist in allen Klassen unterdrückt und entsprechend haben auch alle Frauen Grund zu rebellieren. Basieren müssen wir uns jedoch hier auf den tiefsten und breitesten Massen, das heißt den Frauen der untersten Schichten des Proletariats. Diese sind durch Imperialismus und Patriarchat besonders stark doppelt unterdrückt und ausgebeutet und haben darum anders als Frauen aus anderen Klassen auch den meisten Grund zu kämpfen und dieses System restlos zu zerstören. Es ist notwendig, Arbeit mit migrantischen Arbeiterinnen, jungen Frauen/Mädchen, erwachsenen Frauen mit und ohne Kindern, alleinerziehenden Frauen und Seniorinnen zu entwickeln.

Sich auf diesen Massen zu basieren und nicht bloß auf Jugendlichen, Schülern und Studenten (die wir auch brauchen), bringt natürlich auch einige Probleme mit sich, die wir lösen müssen. Wenn man z.B. die alleinerziehenden Mütter organisiert, dann kommt man nicht drum herum, sich um eine kollektive Kinderbetreuung zu kümmern.

In diesem Zusammenhang steht auch der Kampf um die Mütter und darum, dass Frauen Führerinnen sein und Kinder haben können. Dafür ist die erste und wichtigste Bedingung, dass die Frauen die Bereitschaft haben und verstehen, was Männer schon vor Jahrtausenden verstanden haben: Es ist okay wenn wir unsere Kinder abgeben! Durch das Patriarchat wird eine ganze Menge gesellschaftlicher Druck auf die Frauen ausgeübt, sich ganz und gar dem Aufziehen der Kinder zu widmen. Auf der anderen Seite wird den Frauen beigebracht, die Kinder als ihr Privateigentum, Eigentum das man nicht weg gibt oder mit anderen teilt, und nicht als gesellschaftliche Individuen zu betrachten. Diese Ausdrücke des Patriarchats und des kleinbürgerlichen Individualismus müssen ideologisch bekämpft werden. Als zweite Bedingung ist es notwendig, dass wir organisatorische Maßnahmen schaffen, um die kollektive Kinderbetreuung zu gewährleisten. Der Schlüssel dazu ist die Massenarbeit zu entwickeln, die Massen werden sich gerne um die Kinder kümmern und sie werden das gut machen. Ein gutes Beispiel ist die Durchführung von Elterncafés, auf denen Genossen und Massen gemeinsam die Kindererziehung entwickeln und vorbereiten, damit sich Genossinnen und Genossen mit Kindern mit mehr Verantwortung um ihre Aufgaben kümmern können. Hier müssen wir auch von den Erfahrungen der internationalen Genossen lernen und sehen, was wir hierzulande anwenden können. So haben z.B. die Genossen in Brasilien Kindergärten in den Favelas errichtet.

Wir müssen auch dafür Sorge tragen Frauentreffs zu organisieren. Es gilt einen eigenen Raum für Frauen zu schaffen. Nicht weil wir irgendwelche „safe zones“ und Wohlfühlzonen errichten wollen, in denen es dem kleinbürgerlichen Individuum gut geht. Es geht um eine Antwort auf konkrete Probleme der Frauen, um eine Form der Organisation für Frauen. Wir brauche Frauentreffs für die Arbeit mit Frauen mit muslimischen Hintergrund, auch in Fragen der Erfahrungen mit Gewalt, Vergewaltigung, Verhütung, Abtreibung und Aufklärung. Dazu gehört auch die Auseinandersetzung mit häuslicher Gewalt. Probleme die auch vom bürgerlichen Staat und diversen Nichtregierungsorganisationen adressiert werden, aber die am Ende nur den Kampf der Frauen gegen das Patriarchat beschwichtigen und keine wirklichen Lösungen bieten. Dabei müssen wir aber auch im Kopf haben, dass wir uns aktuell nicht in einer Situation befinden, in der wir in der Lage sind die Macht (also Rote Macht) auszuüben. Das heißt, dass wir bei der Lösung dieser Probleme sehr begrenzte Möglichkeiten haben. So ist z.B. bei häuslicher Gewalt in der Regel die Frau diejenige die den Preis bezahlt, wenn Bestrafungsmaßnahmen für den Typen angewendet werden. Das heißt, es ist deutlich mehr notwendig, als jemanden schlagen und bedrohen zu können.

Auch das Thema Prostitution wird uns in der Arbeit mit den tiefsten und breitesten Teilen der Frauenmassen immer wieder begegnen. In der revolutionären Bewegung (nicht nur in der BRD) gibt es zu diesem Thema eine große Menge opportunistischer Standpunkte — von dem Begriff „Sexarbeit“ der versucht die Prostitution als eine normale Lohnarbeit zu verklären, bis hin zu jenen, die offen die Prostitution als große Möglichkeit für die Selbstbestimmung der Frau erklären, es gibt eine ganze Bandbreite solcher Positionen. Sie alle haben eins gemeinsam: Sie haben nichts mit der Realität zu tun! Jene die der Meinung sind, dass Prostitution nichts mit Zwang zu tun hat, nicht ein massiver Ausdruck des Patriarchats ist, sollte sich einmal mit Prostituierten unterhalten. Wir lehnen die Prostitution ab. Aber wir sind nicht gegen die Prostituierten, mit ihnen haben wir kein generelles Problem. Wir haben ein generelles Problem mit den Zuhältern und mit den Freiern und jede Aktion gegen diese ist gerechtfertigt. Wenn sich die Möglichkeit zur Mobilisierung von Prostituierten ergibt schrecken wir nicht davor zurück, aber wir beachten, dass auch Prostituierte einen Klassenhintergrund und -standpunkt haben.

Einige Tagesforderungen der revolutionären Frauenbewegung der BRD

Wir kommen jetzt zu den aktuellen Forderungen der revolutionären Frauenbewegung in der BRD heute. Viele dieser Kämpfe entwickeln sich schon heute durch Teile der Frauenmassen, aber ihre große Schwäche ist, dass sie unter bürgerlicher oder kleinbürgerlicher Führung stehen. Das macht sie allerdings nicht weniger gerechtfertigt. Die Roten Frauenkomitees müssen daran arbeiten, diese Kämpfe mit vor allem proletarischen Frauenmassen selber zu entwickeln und sie so unter ihre Führung zu stellen. Der Kampf um die Tagesforderungen ist notwendig, um die weiblichen Massen zu mobilisieren, politisieren und organisieren, sie im Klassenkampf in revolutionärer Gewalt und im Kampf gegen den Revisionismus zu schmieden. Diese Tagesforderungen haben nicht selten einen politischen Charakter, da die Unterdrückung der Frau — zwar auch aber nicht nur – oftmals nicht bloß ökonomischer Natur ist, sondern eben politischer Natur.

Ein direkt ökonomisches Problem der Frauen in der BRD ist dass Frauen durchschnittlich zwischen 25 und 30 Prozent weniger verdienen als Männer in den gleichen Berufen. Darum ist und bleibt die Forderung der revolutionären Frauenbewegung hier: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit! Die Forderung vereint den Kampf der Frauen und der migrantischen Arbeiter, die in dieser Hinsicht auch betroffen sind. Das heißt auch, dass migrantische Arbeiterinnen davon noch stärker betroffen sind. Da die Unterdrückung der Frau viel auch auf diesem ökonomischen Aspekt basiert ist es eine Sache, die nicht oder nur selten von den bürgerlichen Parteien und den gelben Gewerkschaften aufgegriffen werden. Sie haben nur ein Interesse an diesem Thema, wenn es darum geht Stimmen für Wahlen zu gewinnen oder den Kampf der Massen in gelenkte Bahnen zu führen, so dass sich daraus kein größerer Kampf entwickelt. Darum ist es umso wichtiger auf dieser Forderung zu bestehen und den Kampf bis zu Ende weiter zu führen.

Das Recht auf Abtreibung wird immer wieder angegriffen. Nicht nur christliche Fundamentalisten, die z.B. auf den jährlich stattfindenden „Tausend Kreuze“-Demonstrationen auftreten, sondern auch durch den bürgerlichen Staat selber. Das Recht auf Abtreibung in der BRD wurde durch die Frauen erkämpft und selbst jetzt ist es nicht richtig von einem tatsächlichen „Recht“ auf Abtreibung zu sprechen, dass den Frauen in der BRD durch den bürgerlichen Staat zugestanden wird. Die Abtreibung wird lediglich toleriert. Es war notwendig für die Herrschenden dieses Zugeständnis zu machen, viele Frauen aus dem Proletariat starben immer wieder durch eigenständig durchgeführte Eingriffe oder durch Eingriffe von Quacksalbern. Das befeuerte den Kampf der Frauen gegen das Verbot von Abtreibungen. Doch noch immer wird der Zugang zu Abtreibungen den Frauen vielfach erschwert. Zum einen gibt es den ganzen moralischen Druck der den Frauen aufgebürdet wird. Aber auch von der Seite des bürgerlichen Staates wird der Zugang noch immer auch gesetzlich erschwert. Ein Beispiel ist das Verbot der Werbung für Abtreibungen – durch Paragraph 219a — das auch dafür genutzt wird Ärzte und andere mit Repression zu überziehen, die nur über die Möglichkeit der Abreibung informieren wollen. Das offenbart noch einmal die tiefe Verwurzelung des Patriarchats im bürgerlichen Staat, als Verteidiger des imperialistischen Systems. Der Kampf gegen den Paragraphen 219a ist somit auch ein Teil der gerechtfertigten Verteidigung des Rechts auf Abtreibung. Das Recht auf Abtreibung muss weiter erkämpft und verteidigt werden, um den Frauen die Selbstbestimmung über ihren eigenen Körper und ihr eigenes Leben zu geben.

Teil davon ist auch die Degradierung der Frau zu Reproduktionsmaschinen in allen ihren Aspekten. Von Kindestagen an wird Frauen anerzogen, sich um die Kinder, Heim und Herd zu kümmern. Frauen werden degradiert zu Geburtsmaschinen und sollen sich dann auch noch alleine um die Kinder kümmern, den Haushalt erledigen und vor allem die proletarischen Frauen müssen sich dann zusätzlich noch der täglichen Ausbeutung der Lohnarbeit unterwerfen. Besonders in Fragen der Kinder wird erwartet, dass alles in der Verantwortung der Frauen liegt, von der Zeugung (bzw. der Verhütung der Zeugung) über die Schwangerschaft, Geburt, Erziehung und Betreuung bis ins Erwachsenenalter. Darum sind unter den Alleinerziehenden die große Mehrheit Frauen und nicht Männer. Die Frauen werden nahezu dafür bestraft, dass sie Mütter werden. Sie erfüllen die Erwartung, die an sie gestellt wird und dann werden sie alleine gelassen. Wir müssen die Organisation der Mütter vorantreiben, damit sie gegen diesen Ausdruck des Patriarchats aktiv kämpfen können. Die Mütter haben volles Recht, Unterstützung einzufordern. Oftmals müssen sie diese aber suchen, dass sie in einer Beziehung leben, die sie nicht wollen oder in denen ihnen gar Gewalt angetan wird. Sie bewegen sich so in der Regel immer in einer ökonomischen Abhängigkeit vom Mann, sind abhängig von dem Verdienst den der Mann hat.

Zur Bedeutung der Kultur in der Unterdrückung der Frau

Das Patriarchat prägt auch die tägliche Kultur mit der wir konfrontiert werden. Dabei sind es nicht nur Rapper und andere Künstler die offen ihre frauenverachtenden, patriarchalen Standpunkte vortragen. Wir müssen auch den ganzen Müll wie „Germany’s Next Topmodel“ oder diversen Formaten auf Youtube betrachten, der angebliche Vorbilder für Mädchen und junge Frauen schaffen soll. Die Konsequenz ist, dass inzwischen sogar viele Mädchen vor dem Eintritt ins Teenageralter an Essstörungen leiden, sich für zu fett oder hässlich halten und die völlig unrealistischen Schönheitsstandards der Bourgeoisie und Kleinbourgeoisie übernehmen. Sie werden dazu erzogen, als Dekoration zu dienen und nicht aktiv am politischen Kampf teilzunehmen. Darum muss die proletarische Kultur, die wir entwickeln auch stets durch den proletarischen Feminismus geprägt werden. Die Rolle von Frauen als Kämpferinnen und Führerinnen muss dabei betont werden und alle Ausdrücke des angeblichen Apolitismus von Frauen und der Theorie der minderwertigen weiblichen Natur müssen denunziert werden.

Prinzipien der Roten Frauenkomitees

Abschließend möchten wir die Prinzipien der Roten Frauenkomitees auflisten, die sich aus der Erfahrung des Klassenkampfes und der revolutionären Frauenbewegung ergeben. Wir wenden hierzu die Prinzipien der Volksfrauenbewegung von Ayacucho auf unsere Realität in der BRD an:
– Es ist nur möglich. eine konsequente und feste revolutionäre Rolle zu erfüllen, wenn dem unbesiegbaren Licht des Marxismus-Leninismus-Maoismus. hauptsächlich Maoismus mit den universell gültigen Beiträgen des Vorsitzenden Gonzalo, dem Gonzalodenken gefolgt wird.
– Die Massen befreien sich selbst und man muss ihnen dienen, indem man bei ihnen das Bewusstsein über ihre Rolle als Macher der Geschichte durchsetzt.
– In unserem Land sind die Massen, auf die wir zugehen müssen, die Arbeiterinnen. insbesondere die migrantischen Arbeiterinnen als Teil der tiefsten und breitesten Massen als Hauptkraft in der Revolution sowie Teile der Kleinbourgeoisie und wir müssen uns immer an die ärmsten und am meisten Ausgebeuteten richten.
– Um zu mobilisieren und zu organisieren, ist es notwendig, zu untersuchen und zu propagieren, d.h. die konkreten Probleme der Massen zu kennen und in ihrer Mitte revolutionäre Agitation und Propaganda zu entwickeln. – Man muss sich in allen Formen, die das Proletariat geschaffen und entwickelt hat, organisieren.
– Die Frau muss an all diesem teilnehmen.
– Die Frauen können sich nur korrekt organisieren, wenn man von dem Klassenprinzip ausgeht, dass man die Frauen mit dem Ausgangspunkt ihres Klassenstandpunktes zusammenbringt.
– Ohne ein klares und richtiges politisches Bewusstsein gibt es keine Seele, d.h. bewusst und fest den Gesetzen des Massenkampfes in unserem Land zu folgen.
– Von den grundlegenden und primären Bedürfnissen der Massen ausgehend, Schritt für Schritt, mittels des Kampfes das politische Bewusstsein zu heben.
– Von den meist konkreten Bedürfnissen und Problemen der Mehrheiten ausgehen und sie politisch erhöhen.
– Der revolutionäre Kampf kann nur siegen, wenn er sich mit den unterdrückten Völkern und Klassen vereint, aber die Hauptsache ist, sich auf die eigenen Kräfte zu stützen.

Für eine revolutionäre Studentenbewegung, die dem Volke dient!

Es gibt in der BRD eine große Notwendigkeit, die revolutionäre Studentenbewegung unter der Führung der Vorhut des Proletariats des Landes zu entwickeln. Es ist notwendig, die Arbeit mit den Intellektuellen zu entwickeln und Studenten sind bereits eine Art von Intellektuellen und von allen Arten der Intellektuellen besitzen sie im Allgemeinen den größten revolutionären Schwung.

Dies zeigt sich unter anderem in der sogenannten „linken Szene“, die im großen und ganzen (sicherlich gibt es hier und da Ausnahmen) immer noch eine Studentenbewegung, eine Studentenszene, ist. Sie sind das dominierende Element in dieser Szene. Viele Genossen konnten aus dieser Szene gewonnen werden und werden es bestimmt noch. Aber mit der Entwicklung der revolutionären Studentenbewegung kann der Umweg über die Szene für künftige studentische Genossen ausgelassen werden. So können sie direkt ihre Entwicklung unter der Führung der Vorhut des Proletariats in der BRD machen. Neue Studenten müssen sich nicht erst mit dem ganzen revisionistischen Abfall, der sich an den Unis angehäuft hat, beschäftigen, sondern können sich direkt die Ideologie des internationalen Proletariats aneignen. Das ist das allgemeine Ziel der Entwicklung der revolutionären Studentenbewegung im jetzigen Moment.

Auch wenn es eine Notwendigkeit ist, die revolutionäre Studentenbewegung zu entwickeln, so ist und bleibt unsere Grundlage der Massenarbeit stets die Arbeit unter den tiefsten und breitesten Teilen des Proletariats, die Arbeit in den proletarischen Vierteln. Die Entwicklung der revolutionären Studentenbewegung, die Arbeit mit den Intellektuellen ist komplementär, aber sie ist ein notwendiges Komplement.

Über den Klassencharakter der Studentenbewegung

Die Arbeit unter den Studenten hat ihre Besonderheiten und unterscheidet sich von der Arbeit unter den tiefsten und breitesten Massen in den proletarischen Vierteln. Dieser Unterschied hat seine Grundlage vor allem in dem Klassenhintergrund der Studenten und dementsprechend in ihrem Klassenstandpunkt. Die meisten Studenten kommen aus der Kleinbourgeoisie und Bourgeoisie, da sie Teil der Intellektuellen sind.

Dieser Klassencharakter führt dann zu dem Unterschied, dass während wir Arbeit unter den tiefsten und breitesten Massen entwickeln, wir in der Regel mehr mit konkreten Problemen konfrontiert sind, die es zu lösen gilt (natürlich sind Fragen der Religion, des Imperialismus usw. wichtige Fragen für die Massen). Die Auseinandersetzungen an der Uni, die Diskussionen, Texte und Standpunkte, mit denen wir uns beschäftigen müssen, liegen mehr auf einer ideologischen Ebene. In jeder Diskussion werden wir schnell mit grundlegenden Fragen der Weltanschauung konfrontiert. Wir müssen vor allem theoretische Diskussionen führen, da die viele Studenten sich überhaupt nicht um praktische Probleme scheren. Es wird diskutiert, um zu diskutieren. Lösungen finden ist zweitrangig.

Hier werden wir mit unterschiedlichen Kräften konfrontiert, von revisionistischen bis zu offen reaktionären. Diese versuchen uns, mithilfe ihres spezifischen akademischen Wissens ideologisch zu besiegen. Und unsere Genossen können nicht alles wissen, nicht jedes kleine Detail jeder akademischen Richtung genau studieren, um erst dann den Kampf an den Unis zu entwickeln. Das heißt um diesen Kampf zu handhaben müssen wir uns fokussieren, um jede Theorie, jede Idee, jeden Standpunkt grundlegend zu zerschlagen. Unser Fokus muss auf der marxistischen Philosophie liegen, die wir studieren und uns aneignen müssen. Das heißt vor allem, das einzige grundlegende Gesetz, das Gesetz des Widerspruchs, zu beherrschen und anzuwenden. Wenn wir es beherrschen sind wir in der Lage jede politische Diskussion handzuhaben, denn am Ende kann alles auf die Frage der Weltanschauung zurückgeführt werden. Jede Idee auf der Welt trägt den Stempel einer Klasse und wir müssen den Klasseninhalt jeder Idee an den Unis erkennen. Am Ende sind die Unis gutes Gebiet für diesen Kampf, denn hier gibt es nicht nur soziale Wissenschaften, die mit einem Haufen revisionistischen Abfalls angefüllt sind, sondern es gibt auch die Naturwissenschaften und diese bestätigen das Gesetz des Widerspruchs.

Hier gibt es einen wichtigen Punkt. Viele der Genossen an den Universitäten sind sehr jung und haben nicht viele Erfahrungen gesammelt. Um in diesen Auseinandersetzungen zu bestehen sind eine gewisse Reife und ein bestimmtes Selbstvertrauen notwendig, sonst knickt man im Sturm des Revisionismus und Opportunismus schnell ein. Das Problem unserer Genossen liegt darin, sich nicht auf dem eigenen Individuum zu basieren, sondern auf der Organisation. Nicht ihre eigenen Fähigkeiten und Erfahrungen mit denen der Vorhut des Proletariats zu vertauschen. Sie müssen Vertrauen haben in die Organisation und die Massen, dann können sie in jedem Kampf bestehen.

Doch dafür ist es notwendig, dass Genossen an den Unis auch dazu bereit sind, aus dem Schatten hervorzutreten und das Wort zu ergreifen. Jedoch sind viele Genossen aus dem Kleinbürgertum oftmals nicht zu einem solchen Schritt bereit. Vorgeschoben wird dann die Klandestinität, die sie verstehen als eine Frage der persönlichen Sicherheit. Das führt dazu, dass niemand in den Hörsälen die Ideologie des internationalen Proletariats vertritt. Dass die Linie der Vorhut des Proletariats in diesem Land nicht offen zu den Studenten getragen wird. Darum muss klar gestellt werden, dass die Klandestinität dazu dient die Organisation zu verteidigen und in diesem Sinne dann auch Genossen und Massen, aber als Teil der Organisation. Aber unsere Genossen müssen unsere Linie vertreten. Doch sie müssen es klug machen und ohne die Organisation preis zu geben. Diese Sache gilt nicht nur für die Arbeit der revolutionären Studentenbewegung, sondern im Allgemeinen. Aber in der Studentenbewegung hat es eine besondere Bedeutung.

Ein Phänomen, welches wir auch beachten müssen, ist das der „revolutionären Wehrpflicht”, das vor allem unter Studenten — die nun mal in der Regel aus dem Kleinbürgertum als schwankende Klasse kommen — weit verbreitet ist. Das heißt zu Beginn ihres Studiums sind sie noch interessiert an revolutionärer Politik, doch wenn sich ihr Studium dem Ende neigt und eine gute Beschäftigung lockt oder die Gründung einer Familie ansteht, dann ziehen sie sich komplett zurück und behalten vielleicht noch einige freundschaftliche Kontakte zu einzelnen Aktivisten, lehnen aber ihre eigene Beteiligung ab. Diese Phänomen müssen wir näher untersuchen und Gegenmaßnahmen treffen, die vor allem in der konsequenten Führung des Zweilinienkampfes liegen müssen.

Spezifische Aufgaben der revolutionären Studentenbewegung

Wie bereits gesagt ist die revolutionäre Studentenbewegung komplementär zu der Arbeit in den proletarischen Vierteln und kann die Arbeit unter den tiefsten und breitesten Massen niemals ersetzen. Die revolutionäre Studentenbewegung ist auch genau so wie alle anderen Bewegungen kein Selbstzweck, sondern dient der Entwicklung der Revolution in diesem Land als Teil und im Dienste der proletarischen Weltrevolution. Das heißt auch die revolutionäre Studentenbewegung dient im jetzigen Moment der Rekonstitution der Kommunistischen Partei Deutschlands. Das heißt auch die Studenten und anderen Intellektuellen müssen ihre Arbeit unter den tiefsten und breitesten Massen entwickeln, wenn sie dazu aufgeteilt werden. Sie müssen die Hörsäle und den Campus verlassen und in die proletarischen Viertel gehen um dort unter den Massen zu arbeiten. Das ist, was die revolutionäre Studentenbewegung auszeichnet und unterscheidet von all den anderen unterschiedlichen Hochschulgruppen.

In den Vierteln können die revolutionären Studenten und anderen Intellektuellen einen wichtigen Beitrag für die Massenarbeit der proletarischen Vorhut leisten. Sie sind in der Lage grundlegende Formen von Organisationen zu schaffen, indem sie beispielsweise mit den migrantischen Arbeitern, besonders mit denen der letzten Migrationswelle, Sprachkurse durchführen, auf der Basis von politischem Material. Dabei allerdings nicht wie die unterschiedlichen Revisionisten und Opportunisten als Sozialarbeiter auftreten und den bürgerlichen Staat komplementieren, sondern um die Massen zu politisieren, mobilisieren und organisieren.

Die Arbeit mit den Studenten und anderen Intellektuellen erlaubt uns ebenfalls eine Reihe von anderen Aufgaben zu erfüllen. Es ermöglicht uns Kontakt herzustellen zu Anwälten, Medizinern, Übersetzern, technischen Experten unterschiedlicher Art usw. und diese für die Aufgaben der Revolution zu gewinnen.

Wir müssen auch untersuchen, welche unterschiedlichen Probleme es in den unterschiedlichen Studienfächern für unsere Arbeit gibt. So sind die Sozialwissenschaften vor allem geprägt von Revisionisten unterschiedlicher Couleur und auch die Studenten in diesen Bereichen sind oft geprägt durch Revisionismus, Postmodernismus und anderen bürgerlichen Ideologien. Die Naturwissenschaften hingegen sind oftmals nicht oder wenig politisch geprägt, hier fällt unsere Propaganda in der Regel auf frischen, unbearbeiteten Boden. Doch hier haben vor allem Karrierismus und Streben nach individuellem Erfolg eine große Verbreitung. Das heißt, die unterschiedlichen Fachbereiche haben ihre respektiven ideologischen Probleme, die wir bei der Entwicklung unserer Arbeit beachten müssen.

Das Problem der Selbständigkeit und Unabhängigkeit an den Universitäten

Die Universität und ihre Strukturen sind vollgestopft mit verschiedenen Institutionen, die den Studenten eine Beteiligung und Gestaltungsmöglichkeit an der Ausrichtung der Universität suggerieren sollen. Asta, Studienparlament, Fachschaftsrat sind einige dieser Institutionen. Über sie ist es auch möglich eine große Menge finanzieller Mittel zu beziehen, die der Staat den Unis zur Verfügung stellt. Bei Revisionisten, die auch in den unterschiedlichen Hochschulgruppen aktiv sind ist es durchaus üblich, sich diese finanziellen Mitteln anzueignen, wofür sie sich aktiv an den unterschiedlichen universitären Institutionen beteiligen. Doch diese finanziellen Mittel kommen sie teuer zu stehen, denn sie geben letztendlich ihre Selbständigkeit und Unabhängigkeit auf. Sie fesseln sich selber an den Legalismus, der notwendig ist, um in diesen Institutionen aktiv zu sein. Es ist keine neue Erkenntnis, dass Gelder durch die Uni schnell gestrichen werden, wenn sie mitbekommt, dass dadurch unerwünschte (wie z.B. revolutionäre) Politik betrieben wird. Das heißt, um diese finanziellen Mittel zu beziehen, wir schon von Anfang an auf einen ganzen Teil der revolutionären Politik verzichten würden. Darum ist es für uns keine Option, dass wir uns aktiv an diesen Institutionen zu beteiligen. Wir wären außerdem Heuchler, wenn wir den parlamentarischen Kretinismus denunzieren und uns dafür dem gleichen Kretinismus an den Universitäten hingeben, um ein paar Vorteile zu genießen. Das Prinzip, dass wir uns auf den eigenen Kräften und auf den Massen basieren gilt auch an den Universitäten. Das heißt wir beteiligen uns nicht organisatorisch an Asta, Studierendenparlament, Fachschaftsrat usw.

Tagesforderungen und politischer Kampf an den Universitäten

Die allgemeine Studentenbewegung hat schon über Jahre hinweg ihre unterschiedlichen Tagesforderungen formuliert. Manche davon dienen der puren Satire, andere sind gerechtfertigte Forderungen. Aufgrund der beschriebenen Besonderheiten der revolutionären Studentenbewegung und dass sie vor allem dem Volke dienen muss, besteht im Gegensatz zur Arbeiter oder Frauenbewegung nicht die gleiche Notwendigkeit ausgiebig Tagesforderungen zu formulieren. Bestehende gerechtfertigte Forderungen nehmen wir trotzdem auf. Gleichzeitig entwickeln wir auch die politischen Forderung und Kämpfe an den Universitäten.

Wie bereits beschrieben, ist es unser Ziel, die revolutionären Studenten und anderen Intellektuellen in die proletarischen Viertel zu bringen. Gleichzeitig müssen wir sehen, dass die „Elfenbeintürme“ der Universitäten mit einer Mauer umgeben sind, die dazu da ist, die Arbeiterklasse aus den Universitäten fern zuhalten. Wir kämpfen dafür, diese Mauer niederzureißen und die Unis auch den breiten Schichten des Proletariats zu öffnen, immer in dem Wissen, dass diese Aufgabe nur endgültig im Sozialismus gelöst werden kann. Aber das Proletariat und die revolutionären Studenten müssen auch ein festes Bündnis schließen und sich im Kampf gegen den Imperialismus vereinen. Ein Teil der genannten Mauer sind neben vielen anderen administrativen Mitteln auch Studiengebühren und Semesterbeiträge, dies sich Proletarier aus den tiefsten und breitesten Schichten nicht leisten können. Darum fordern wir kostenlose Bildung für Arbeiter.

Während der bürgerliche Staat die Gesellschaft immer weiter militarisiert, bleiben auch die Universitäten nicht unberührt. Ganz im Gegenteil, seit vielen Jahren schon werden militärische Forschungsprojekte an die zivilen Universitäten vergeben. Da die Militarisierung ein strategisches Ziel des deutschen Imperialismus ist, müssen wir in diesem Bereich unseren Kampf und unsere Anstrengungen diese Projekte zu denunzieren verstärken. So kann die antiimperialistische Frontarbeit auch an den Unis gestärkt werden.

Neben Diskussionen in den Hörsälen nutzen wir auch andere Formen der Agitation und Propaganda, um z.B. reaktionäre Standpunkte der Professoren, die sie in der Öffentlichkeit vertreten, zu denunzieren. Flugblattverteilungen in Vorlesungen und Störungen der Vorlesungen mit öffentlichen Ansprachen können Mittel dafür sein. Während der Orientierungswochen zu Beginn der Semester müssen wir unsere Propaganda an den Unis vervielfachen, um den neuen Studenten direkt eine Alternative zu zeigen und das Feld nicht den Revisionisten zu überlassen. Punkte an denen sich viele Studenten auf einmal versammeln, wie z.B. die Mensen, müssen stets mit Propaganda versorgt werden. Wir müssen auch alternative Treffpunkte für Studenten schaffen, an denen wir auf unsere Propaganda und Agitation fokussieren können und so einen ständigen Anlaufpunkt für revolutionär gesinnte Studenten schaffen.

Abschließend

Diese Ansätze für Programme der revolutionären Bewegung und Massenarbeit in der BRD, die wir hier präsentiert haben sind mit Sicherheit nicht vollständig und müssen mit der Entwicklung der revolutionären Situation und Bewegung in der der BRD stetig weiterentwickelt werden. Darum hoffen wir auch darauf, dass viele Genossen ihre Erfahrungen und Kritiken mit uns teilen werden, so dass diese Ansätze von Programmen ständig weiterentwickelt werden können. Denn sie sind keine Hirngespinste, die sich jemand ausgedacht hat, sondern basieren auf konkreten Erfahrungen der Anwendung des Marxismus-Leninismus-Maoismus, hauptsächlich Maoismus und den universell gültigen Beiträgen des Vorsitzenden Gonzalo, dem Gonzalodenken auf den Klassenkampf in der BRD. Diese Erfahrungen können sich mit der weiteren Entwicklung der revolutionären Bewegung in der BRD nur vertiefen, durch die Anwendung dessen was sich in der Praxis bereits gezeigt hat.


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