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Klassenstandpunkt #9

Posted: Januar 1st, 2016 | Author: | Filed under: Klassenstandpunkt | Kommentare deaktiviert für Klassenstandpunkt #9

Die gesamte Ausgabe als Download

INTERNATIONAL

Eine Klasse – Eine Ideologie – Eine Partei – Eine Revolution

Anmerkung der Redaktion: Wir veröffentlichen hier eine Intervention im Namen der Klassenstandpunkt-Redaktion auf der internationalen Konferenz Ende November in Paris zum zehnjährigen Jagestag der Aufstände in den Banlieues in Frankreich 2005. An der Konferenz nahmen teil u.a. die Kommunistische Partei der Philippinen, der Revolutionäre Aufbau Österreich, Kommunistische Partei (Maoisten) Italiens, Vereinigung der Maoisten / Roter Block (Frankreich), Genossen aus Peru, dem spanischen Staat, Polen.

Von jetzt an gerechnet sind die nächsten rund 50 bis 100 Jahre ein großes Zeitalter der radikalen Veränderung des Gesellschaftssystem in der Welt, ein weltumstürzendes Zeitalter, ein Zeitalter, mit dem sich keine der vergangenen Geschichtsperioden vergleichen kann. Da wir uns in einem solchen Zeitalter befinden, müssen wir uns darauf vorbereiten, große Kämpfe zu führen, die sich durch viele Merkmale in der Form von den Kämpfen in den vergangenen Epochen unterscheiden.“

Mao Tse-Tung: „Aus einer Rede vor einer Versammlung von 7.000 Personen im Jahre 1962“

Zehn Jahre nach dem heroischen Aufstand der proletarischen Jugend in Frankreich, der ganz Westeuropa erschütterte und eine für die Zukunft verheißungsvolle Botschaft an die Unterdrückten der ganzen Erdkugel schickte, stehen wir heute in der ganzen Welt noch besseren, reiferen Bedingungen für die Entwicklung der proletarischen Weltrevolution gegenüber. Die Revolution drückt sich kraftvoller und kraftvoller, als die geschichtliche und politische Haupttendenz, in einer Welt, in der sich die fundamentalen Widersprüche, vor allem der zwischen Imperialismus und den unterdrückten Nationen als Hauptwiderspruch, zuspitzen. Die objektive Lage ist ausgezeichnet. Was uns allen bekannt ist, ist, dass das Problem bei uns, den Kommunisten, und unserem schreiend zurückgebliebenen Zustand liegt. Es gibt in den letzten Jahrzehnten positive Entwicklungen, vor allem in den unterdrückten Nationen, was besonders wichtig ist, weil diese die Basis für die proletarische Weltrevolution sind, aber trotzdem ist die Situation eine solche, in der wir, vor allem in Westeuropa, trotz der Existenz von maoistischen Parteien, Organisationen und Gruppen, in unterschiedlichen Ländern, konstatieren müssen, dass wir nicht dem geforderten Entwicklungsstand entsprechen. Um diese Lage zu überwinden, ist es notwendig die Hauptgründe dafür zu erkennen und zu überwinden, in dem der theoretische und praktische Kampf entwickelt wird. An erster Stelle erfordert dies ideologische Klarheit.

Eine Klasse – Eine Ideologie

Der Marxismus-Leninismus-Maoismus ist die Ideologie des internationalen Proletariats. Das internationale Proletariat ist eine Klasse und entsprechend kann es nur eine eigene Ideologie haben. Jedes andere Verständnis negiert die materialistische Dialektik. Die proletarische Revolution ist ihrem Inhalt nach überall die gleiche, aber ihre Form entspricht den besonderen Aufgaben, die in jedem Land bestehen. Entsprechend sind die Grundprinzipien überall die gleichen. So kann es nicht zwei oder mehrere „Maoismen“ geben, er ist überall der gleiche. Daher ist die Definition des Maoismus keine Frage von Eigenarten des besonderen Landes, sondern eine Frage, wie weit man sich der Ideologie des Proletariat unterordnet oder nicht, d.h. eine Frage von Marxismus oder Revisionismus. Wir, die Kommunisten in Formierung in der BRD, haben es folgendermaßen festgelegt:

Die Ideologie des internationalen Proletariats ist der Marxismus-Leninismus-Maoismus, hauptsächlich Maoismus, und wir nehmen die Aufgabe, diesen hoch zu halten, zu verteidigen und anzuwenden, hauptsächlich anzuwenden, um der sozialistische Revolution in der BRD, als Bestandteil und im Dienst der proletarischen Weltrevolution, zu dienen, an. Die bis jetzt höchste Anwendung des MarxismusLeninismus-Maoismus, hauptsächlich Maoismus, in der Welt ist das Gonzalodenken und wir nehmen den universell gültigen Beitrag des Vorsitzenden Gonzalo zu unserer Ideologie an. Vom Vorsitzenden Gonzalo zu lernen ist notwendig, um den MarxismusLeninismus-Maoismus, hauptsächlich Maoismus, richtig anzuwenden, um die dringenden Probleme des nationalen und internationalen Klassenkampfes handzuhaben. Wir nehmen die ideologischen Grundprinzipien, festgelegt in der Parteieinheitsbasis der Kommunistischen Partei Perus, als unsere an, bewusst, dass sie notwendigerweise auf die konkreten Bedingungen der Revolution in der BRD politisch angewandt werden müssen.“

Diese Feststellung ist für uns alles entscheidend, weil sie es ist, die uns eine richtige Wegleitung gibt, sie erlaubt, dass wir uns als eine Kampfabteilung des internationalen Proletariat entwickeln. Die Rolle des Vorsitzende Gonzalo ist nicht nur die einer geschichtlichen Figur, die den Marxismus-Leninismus-Maoismus bei seinem richtigen Name genannt hat, sondern vor allem ist er derjenige, der seinen Inhalt korrekt definiert hat. Für uns ist es klar, dass das Dokument, das jeder Kommunist in der Welt annehmen muss, um ein korrektes Verständnis der Ideologie des Proletariats zu haben, „Über MarxismusLeninismus-Maoismus“ der Kommunistischen Partei Perus ist.

Andere Dokumente, wie zum Beispiel die Erklärung der Revolutionären Internationalistischen Bewegung zum Thema, sind eklektische Machwerke oder beinhalten sogar klare revisionistische Standpunkte und die Folgen sind offenbar. Das Problem ist, dass, genau wie es der Donner der Gewehre der Oktoberrevolution war, der den Leninismus durchsetze, das richtige Verständnis durch Praxis im Klassenkampf durchgesetzt werden muss, was konkret hauptsächlich durch Volkskrieg bedeutet. Die Theorie muss in der Praxis bestätigt werden, als Kriterium des Wahrheit. Die allgemeine Anerkennung des Maoismus wurde durch die Praxis der Kommunistischen Partei Perus, dem Volkskrieg in Peru mit allen seinen Elementen, durchgesetzt. Die Schwierigkeiten der KPP Anfang der 90er Jahre – konkret die Verhaftung des Vorsitzenden, die Eskalation der Yankee-Intervention und der massive Krieg der niedrigen Intensität (was die psychologische Kriegführung, die Rolle der Verräter, die politische Ausnutzung der Situation, in welcher der Vorsitzende der Partei in den Händen des Feindes war usw. beinhaltet), die schwarze Rolle der Revisionisten in Peru, als die am weitesten evolutionierte Form des Revisionismus in der Welt, und der Völkermord in Stadt und Land – gab den Rechten innerhalb der RIB und der Internationalen Kommunistischen Bewegung die Möglichkeit eine Gegenoffensive zu beginnen, was große Verwirrung unter vielen erzeugte. Das fehlende Verständnis des realen Prozesses des nepalesischen Volkskrieges, der Revisionismus Prachandas und seine Verbindung mit Avakian, führten viele Genossen zu falschen Stellungsnahmen. Die tatsächliche Sprengung des Zentralkomitees der KPP 1999 und die Infiltration der Auslandsarbeit der Partei, machte der Situation noch schlimmer. Eine Lage, in der die Rote Fraktion der IKB ihre Rolle nicht so wie nötig spielen konnte. Die Krümmung des Weges des Volkskrieges in Peru wurde in der Tat eine Krümmung des Weges der IKB. Natürlich passierten auch in dieser Periode sehr positive Dinge, die Vereinigung der Genossen in Indien und die folgende einheitlichere Entwicklung der demokratische Revolution auf dem Sub-Kontinent, sowie die Fortschritte im Rekonstitutionsprozess der Kommunistischen Parteien in Lateinamerika, wo die Anerkennung der Rolle der KPP und des Vorsitzenden Gonzalo deutlich merkbar sind. Die Entwicklung der Kommunistischen Bewegung in Lateinamerika verdient von denjenigen, die sich mit dem Rekonstitutionsprozess der Kommunistischen Partei in ihren respektiven Ländern beschäftigen, große Aufmerksamkeit. In Brasilien, Chile, Ecuador und anderen Ländern, schreiten die Kommunisten entschlossen und planmäßig vorwärts auf dem Weg des Vorsitzenden Gonzalo, und ihre Perspektiven sind vielversprechend. In anderen Länder, dort wo der Einfluss Avakians größer war und ist, und wo die reale Unterstützung des nepalesischen Revisionismus nicht übersehen werden kann, haben diese Standpunkten dazu geführt, dass einige sogar die Notwendigkeit der demokratischen Revolution negieren und sich andere demokratische Revolutionen verzögern.

So wird es für die Kommunisten eine dringende Notwendigkeit für die Durchsetzung der richtigen Definition des Maoismus zu kämpfen und jede Form von revisionistischer Verdrehung wegzufegen. Das heiß, wir müssen die marxistisch-lenistisch-maoistische, Gonzalodenken Gegenoffensive in der Welt weiterentwickeln; was theoretische Anstrengungen und vor allem eine zielbewusste und planmäßige, aber wagemutige Entwicklung unserer subversiven revolutionären Praxis bedeutet.

Eine Klasse – Eine Partei

Die nationale Form des Klassenkampfes des Proletariats fordert die Kommunistische Partei in jedem Land. Der Aufstand der Arbeiterjugend 2005 in Frankreich, sowie die großen Aufstände in England und Schweden und tausende kleinere Aufstände, die überall in Europa stattgefunden haben, in den letzten Jahrzehnten, zeigen mit voller Deutlichkeit auf einer Seite den Schrei der Massen danach die Rebellion zu organisieren und auf der anderen Seite, dass die Kommunistische Bewegung im Allgemeinen in Europa gegenwärtig nicht in der Lage ist sich in diese unmittelbare Notwendigkeit der Massen einzufühlen. Ein kurzer Blick auf die Geschichte der letzten 15 Jahre zeigt, dass die Fälle, in denen die Maoisten in Europa in einem Land hunderte oder mehr Massen im Kampf geführt haben, sehr selten sind, und die Fälle, in denen man von Tausenden sprechen kann, sind an einer Hand abzuzählen. Die Situation der türkischen Parteien bildet eine Ausnahme, welche, aufgrund ihres politischen Verständnis des proletarischen Internationalismus, mit ihren respektiven Unterschieden, eine besondere Diskussion fordert.

Die Rekonstitution der Kommunistischen Parteien als marxistisch-leninistisch-maoistische Parteien ist die Voraussetzung, um die Revolution richtig anpacken zu können, aber die Erfahrung zeigt immer wieder, wie zum Beispiel in Frankreich und Italien, das das Vorhandensein der Kommunistische Partei per se nicht genug ist. Die Rekonstitution der Partei ist nur der Anfang, der eine schaffende Anwendung der allgemeinen Wahrheit des Marxismus-Leninismus-Maoismus, hauptsächlich des Maoismus, auf die konkreten Bedingungen jedes Landes und entsprechende Lösungen der konkreten Probleme, mit der jede Revolution notwendigerweise konfrontiert wird, erfordert, was vor allem eine richtige und korrekte Handhabung des Verhältnis zwischen der Partei, der revolutionären Gewalt und der Einheitsfront in den unterschiedlichen Momenten des Klassen- und Zwei-Linien-Kampfes erfordert. Das heißt eine wirkliche und systematische Umsetzung des großen Aufbauprinzips in der Praxis der Kommunisten: „Auf der ideologisch-politischen Grundlage, gleichzeitig die Organisationen, inmitten des Klassenkampfes und dem Zweilinienkampf, aufbauend, alles innerhalb und im Dienst für den bewaffneten Kampf für die Eroberung der Macht.“1

Heute sind wir in der BRD mit einer politisch komplizierten Situation beschäftigt: Der deutsche Imperialismus ist die dominierende Macht innerhalb der Europäischen Union, er strebt danach den Sprung zu einer Supermacht machen zu können. Ein Streben, das mehr Krieg, mehr Raub, mehr Ausbeutung und Unterdrückung für das internationale Proletariat und die Völker der Welt bedeutet. Ein Streben, das alle Widersprüche innerhalb der deutschen Gesellschaft, vor allem den Widerspruch zwischen Proletariat und Bourgeoisie, verschärft. Die Imperialisten versuchen die Ausbreitung der Dritten Welt – was der Vorsitzende Gonzalo schon 1992 analysierte – zu nutzen, um eine faschistische Massenbewegung zu schaffen. Unter solchen Umstände kommt unsere Schwäche sehr deutlich zum Ausdruck. Die objektiven Bedingungen für die rasche Entwicklung der revolutionären proletarischen Bewegung sind vorhanden, aber die subjektiven Kräfte sind vor allem politisch und organisatorisch sehr zurückgeblieben. Der Mangel einer Kommunistischen Partei Deutschlands schreit mit ihrer Abwesenheit. Wir Kommunisten in Formierung in der BRD müssen mit Siebenmeilenstiefeln unsere Anstrengungen forcieren, um den Rekonstitutionsprozess unserer Partei, der ruhmreichen Kommunistischen Partei Deutschlands zu einem Höhepunkt zu bringen, als die notwendige Voraussetzung für die Entfaltung der Klassenbewegung des Proletariat in Vorbereitung für die EBK.

Wir sind für den schonungslosen Kampf gegen den Revisionismus und Opportunismus. Im gegenwärtigen Moment besteht die Hauptgefahr für unsere Arbeit in rechtsopportunistischen revisionistischen Standpunkten, die sich als „maoistisch“ tarnen. In unseren Reihen ist der Revisionismus entschieden zerschlagen und die ideologische Auseinandersetzung mit dem Revisionismus hat sich auf eine höhere Ebene entwickelt. Die korrekte Handhabung des Zwei-Linien-Kampfes, in Theorie und Praxis, ist notwendig, um die Verkörperung des Maoismus durchzusetzen.

Wir bekämpfen all die falschen sogenannten „kommunistischen“ Parteien und Organisationen, wir bekämpfen die Opportunisten der L…p… und jeden falschen „Arbeiterführer“, der mit dem Namen des Marxismus schachert. Wir entwickeln den Kampf um die Durchsetzung des Marxismus-LeninismusMaoismus, hauptsächlich Maoismus, so, dass er als die einzige Wegleitung und Befehl der sozialistischen Revolution in der BRD anerkannt wird. Das dient der Durchsetzung des Marxismus-Leninismus-Maoismus, hauptsächlich Maoismus, als einzige Wegleitung und Befehl der proletarischen Weltrevolution heute.

Die Entwicklung, die wir durchmachen, ist eine Zerschlagung des Zirkelwesens, ein Bruch mit jedem Rest von studentischem Kleinbürgertum, ein Kampf um die Schaffung der proletarischen Vorhut. In den letzten zwei Jahren hat das zu scharfen Auseinandersetzungen geführt. In einer Stadt wurden die Maoisten durch die Umsetzung eines sogar öffentlich gemachten Plans des Verfassungsschutzes durch Revisionisten bekämpft, was öffentliche Denunziation von Genossen in der bürgerlichen Presse und die Mobilisierung von Lumpen zu konterrevolutionären Gewalttaten gegen Genossen und viel mehr beinhaltet. In einer anderen Stadt wurde unter anderem das RFK vorübergehend, durch die Intrigenmacherei von Kapitulanten, geführt von einem Deserteur, der mit dem MarxismusLeninismus-Maoismus schachert, aber in keinem Fall einen Prinzipienkampf führen will, keine ideologischpolitische Kritik vorlegt, sondern nur Intrigen, der sich offenbar schämt seine kleinbürgerlichen, patriarchalen und chauvinistischen Anschauungen mit aller Klarheit vorzulegen, liquidiert; die gleichen Leute, die über Facebook und andere Kanäle versuchen Genossen auf internationaler Ebene zu verwirren. Natürlich gibt es auch andere, und im Wesen wichtigere Auseinandersetzungen, aber diese beiden sind hier erwähnenswert. Im Allgemeinen haben wir diese Kämpfe erfolgreich geführt, auch wenn wir bestimmte Fehler gemacht haben sind diese sekundär, und wir haben unsere Einigkeit und Entschlossenheit auf eine höhere Ebene erhöht.

Hier ist es notwendig die eurozentristische und chauvinistische Haltung derjenigen zu denunzieren, die unter dem Vorwand des halbkolonialen und halbfeudalen Charakters der Länder der Dritten Welt versuchen die Erfahrungen unserer Klasse in diesem Typ von Ländern, was heutzutage ohne Vergleich die meist avancierten sind, zu negieren. Diese europäischen „Maoisten“, die sich wie Gorillas auf die Brust schlagen und behaupten, dass sie „ohne ausländischen Einfluss den Maoismus entdeckt haben“ oder versuchen Figuren in der Geschichte der Kommunistischen Bewegung im „eigenen Land“ zu einer Bedeutung, die sie nie hatten und besonders heute nicht haben, aufzublasen, machen sich, genau wie Gorillas, zu Affen.

Ja, wir haben die Parole „Lernt vom Vorsitzenden Gonzalo!“ erhoben, das war, ist und bleibt korrekt. Lenin führt zu dieser Frage wie folgt aus:

Ihr aber zieht den Schluß, die Arbeiterbewegung dürfe keinen Antrieb von außen erhalten! […] Dieser „Antrieb von außen“ war für unsere Bewegung nicht zu stark, sondern, im Gegenteil, zu schwach, heillos und sträflich schwach, denn wir schmorten nur zu sehr im eigenen Saft […] Mit diesem „Antrieb“ müssen wir Berufsrevolutionäre uns in hundertmal stärkerem Maße beschäftigen und werden dies auch tun. Aber eben weil ihr ein so niederträchtiges Wort wie „Antrieb von außen“ wählt, das unbedingt im Arbeiter (wenigstens im Arbeiter, der ebenso unentwickelt ist, wie ihr es seid) Mißtrauen gegen alle weckt, die ihm politisches Wissen und revolutionäre Erfahrung von außen bringen, das instinktiv bei ihm den Wunsch hervorruft, allen solchen Leuten die Tür zu weisen – eben darum seid ihr Demagogen, die Demagogen aber sind die ärgsten Feinde der Arbeiterklasse.“2

Diejenigen, die über „zu viel Peru“ und „zu viel über andere Länder und zu wenig über Deutschland“ schwätzen und sogar versuchen die revolutionäre defätistische Losung Liebknechts, „Der Hauptfeind steht im einigem Land“, zu benutzen, um den proletarischen Internationalismus in der Tat zu verneinen, sind genau das, Demagogen, und als solche sind sie „die ärgsten Feinde der Arbeiterklasse“ und es die Pflicht aller Genossen solche Verbrecher zu bekämpfen.

Ohne der Zerschlagung des Zirkelwesens, nicht nur formal, sondern in Theorie und Praxis, können die Kommunisten, egal welchen Entwicklungsgrad sie haben, egal in welchen Land, nicht die Rolle der Vorhut des Proletariats erfüllen. Kommunist zu sein bedeutet den „radikalsten Bruch mit den überlieferten Vorstellungen und Ideen.“ Ein Kommunist muss bereit sein, seine Interessen dem Interesse der Klasse unterzuordnen, d.h. die Klasseninteressen zu seinen eigenen zu machen. Im Weiteren brauchen wir Berufsrevolutionäre, die ihr ganzes Leben für die Partei geben, um der Macht, die durch die Vielzahl von Menschen, die die bestehende Ordnung berufsmäßig schützen, gebildet wird, entgegenzutreten. Genossen, die tatsächlich nichts anderes als eben diese Aufgabe erledigen. Einfach leben und hart kämpfen, das ist ein Prinzip, das uns leitet.

Wir brauchen keine Feierabend „Kommunisten“ oder „Parteien“, die keine Parteien von Militanten sind. Davon haben wir schon genug. Wir brauchen Genossen, die verstehen den Prozess der proletarischen Weltrevolution zu fördern.

Eine Klasse – Eine Revolution

Innerhalb der Epoche der „50 bis 100 Jahre“, in welcher wir uns heute, in der strategischen Offensive der proletarischen Weltrevolution, entwickeln, ist das Verständnis der Kommunisten des proletarischen Internationalismus wichtiger denn je. Wer die Weltrevolution nicht als Eins versteht, kann weder die Aufgaben der Kommunisten in einem bestimmten Land, noch die Aufgaben der Kommunisten auf Weltebene verstehen. Wer sich nur um „seine Revolution“ oder nationale Interessen kümmert, sei es in einem unterdrückenden oder in einem unterdrückten Land, oder die unmittelbaren Interessen eines Volkes, über die proletarische Weltrevolution stellt, der kann nicht als Kommunist betrachtet werden, sondern ist ein Chauvinist. Kommunist ist nur der, der die Revolution in jedem Land als einen Teil von und im Dienst der proletarischen Weltrevolution entwickelt.

Ein gutes Beispiel, um solche Leute zu erkennen, ist, dass sie keine wirkliche antiimperialistische Arbeit leisten, sondern nur „Aktionen“ machen, wenn es für sie opportun ist, um ihr revisionistisches Zeug zu verkaufen und ernsthafte Revolutionäre zu verwirren. Für diese Art von Leuten ist TTIP3 eine sehr wichtige Angelegenheit, aber systematische antiimperialistische Arbeit in den proletarischen Vierteln, als eine proletarisch-internationalistische Pflicht und eine strategische Notwendigkeit, um die tiefsten und breitesten Massen zu mobilisieren, ist es nicht. Mit antiimperialistischen Parolen auf Demonstrationen aufzutreten, aber die tägliche Arbeit zu verachten, ist Kommunisten oder Revolutionären nicht würdig, sondern Opportunisten. Die Frage von TTIP und der Aufschrei der Opportunisten und Revisionisten in der BRD darüber, ist eine Frage, die wir in einem anderen Zusammenhang weiter behandeln werden. Hier ist es genug zu konstatieren, dass jede Vereinbarung zwischen den Imperialisten sich gegen das internationale Proletariat und die Völker der Welt richtet, so auch TTIP. Aber sich im „Namen der Arbeiterklasse“ auf die Seite des deutschen Imperialismus zu stellen, ist Klassenverrat.

Der Kern unserer antiimperialistischen Arbeit ist die Entwicklung der Volkskriege, die Kräfte die für die Durchführung der demokratischen Revolution und Vereinigung der nationalen Befreiungsbewegung mit der internationalen Arbeiterbewegung kämpfen. Der zweite Punkt muss die Unterstützung der Entwicklung des Kampfs unter Führung der Kommunistischen Parteien in den unterdrückten Ländern sein.

Dazu kommt die allgemeine antiimperialistische Arbeit zu entwickeln, diese teilt sich auf hauptsächlich vier Teile auf.

Der erste ist die Unterstützung der unterentwickelten Kräfte, welche diese sind, muss in jedem Land genau untersucht werden, und auf keinem Fall dürfen wir diese Kräfte mit revisionistischen Parteien und Organisationen verwechseln. So wie wie wir zwischen Revolutionaristen und Revisionisten in der BRD unterscheiden, müssen wir es auch im Allgemeinen machen. Zweitens: Gegen JEDE imperialistische Intervention und für die Verteidigung des Rechts auf nationale Unabhängigkeit. Drittens: Denunzierung und Bekämpfung des Imperialismus. Verständnis des Yankee-Imperialismus als Hauptfeind der Völker, und da wir uns in Deutschland entwickeln, besonders die Rolle des deutschen Imperialismus und sein immer aggressiveres Auftreten auf Weltebene. Viertens: Unterstützung der unterdrücken Völker und Nationen wie z.B. Palästina und im Falle Palästina auch jede Heuchelei und jeden Kniefall vor dem Opportunismus, wie den Vorwurf des Antisemitismus in den Kampf zur Unterstützung des Befreiungskampfs des Volks Palästinas herein zu schmuggeln.

Wir müssen die Tatsache klar erkennen – 10 Jahre nach dem großartigen Aufstand der Banlieus –, dass das, was wir nicht gemacht haben, die Salafisten gemacht haben. Die haben ihren „Antiimperialismus“ in den Vierteln verbreitet, wir, in bestem Falle, sehr mangelhaft. Die haben eine systematische und planmäßige Massenarbeit gemacht, in welcher sie mit den Bedürfnissen der Massen (sei es von politischen, kulturellen oder ökonomischen Typ) schachern, um sie für ihre Ziele zu organisieren. Das Resultat ist für alle zu sehen: Tausende Menschen aus den Ländern der EU, die verstanden haben, dass man nur mit der Waffe die Welt verändern kann, kämpfen und sterben unter reichsständischen Fahnen in Syrien und Irak oder führen ihren Kampf mit Sturmgewehren und Bomben auf den Straßen von Paris, nicht im Dienst des Proletariats, sondern für „das Kalifat“.

Erneut ist die Theorie des „ruhigen Hinterlands“, und die, die ihr folgen, Bankrott gegangen. Die, die dieser Theorie folgen, unter anderem mehrere Organisationen, die wir normalerweise als Verbündete in unterschiedlichen Situationen kennen, arbeiten mit dem imperialistischen Staat und seinen Institutionen, sowie, wenn nicht direkt mit der Polizei, dem Senat / der Landesregierung und der Schulbehörde zusammen, um „auf Grundlage des Grundgesetzes“ die Salafisten in unseren Vierteln zu bekämpfen. Dass eine solche Vorgehensweise nichts mit revolutionärer Arbeit zu tun hat, ist klar und es beschmutzt die rote Fahne in den Augen eines großen Teils der rebellischen Jugend.

Die Kommunisten müssen diese Situation umdrehen, sodass die Massen nicht ihr Blut für klassenfremde Fahnen vergießen. Viele Sachen sind notwendig, um das zu schaffen, aber eine Grundvoraussetzung ist, dass wir mit Festigkeit die „drei mit“ umsetzen, die der Vorsitzende Gonzalo uns gelehrt hat: Mit den Massen leben, arbeiten und kämpfen.

Kommunisten sollten entsprechend der Bedürfnisse der Revolution wohnen. Im Allgemeinen sollten die Genossen mit den tiefsten und breitesten Massen wohnen, alle Aspekte des Leben der Massen teilen. Genossen sollten eine persönliche Produktion im Bereich, in dem sie ihre respektive Massenarbeit entwickeln müssen, haben.

Genossen müssen eine Produktion haben, die es ihnen erlaubt ihre Verbindung mit den Massen zu entwickeln (Ausnahmen wird es im Fall von entwickelten Parteien geben). Kommunisten müssen darüber hinaus in ihrer Arbeit in ihrer respektiven Struktur, im Kampf in ihren Wohnvierteln, bei der Arbeit oder wo sie sich sonst bewegen, danach streben die Initiative der Massen zu entwickeln, politische und ökonomische Kämpfe zu entwickeln und zu führen, und sie immer unter die Führung der respektiven Struktur zu stellen.

Es muss differenziert werden zwischen den unterschiedlichen Ebenen des Kampfes und darauf abgezielt werden, die Kämpfe zu erhöhen. Immer laut den Kampfprinzip: mit Vorteil, auf gerechtfertigtem Grund, mit Begrenzung. In den Initiativen und Kämpfen der Massen Politik als Befehl setzen und die konkrete Lage analysieren. In diesem Sinne ist es wichtig die „Begrenzung“ zu beachten und die Arbeit planmäßig zu entwickeln.

In dieser Arbeit ist es von dringender Notwendigkeit, dass die fünf Notwendigkeiten der Parteiarbeit – Demokratischer Zentralismus, Wachsamkeit, Geheimnis, Klandestinität und Disziplin – strikt beachtet werden.

Der Demokratische Zentralismus ist die hauptsächliche der fünf Notwendigkeiten, mit dem Zentralismus als seinem hauptsächlichen, weil führenden, Aspekt und der Demokratie als seiner Basis. Ohne Demokratischen Zentralismus keine proletarische Führung und alles wäre umsonst. Wachsamkeit ist vor allem ideologisch-politische Wachsamkeit gegen den Revisionismus, seinen schmutzigen Kampf und seine Intrigen, aber bedeutend ist auch die Wachsamkeit gegen jede Form von Infiltration und Liberalismus in der Frage der Klandestinität und des Geheimnis. Klandestinität bedeutet, dass auch die meist „offene Arbeit“ klandestin gehalten werden muss. Das Geheimnis bezieht sich auf die absolute Geheimhaltung über alles, was die kommunistische Struktur selbst betrifft.

Wir sind überzeugt das dies Schritte sind, die sofort gemacht werden müssen, nicht nur von uns, sondern von jedem, der eine wirkliche kommunistische Arbeit leisten will. Alle Erfahrungen, die wir aus Westeuropa kennen, bestätigt ihre volle Gültigkeit auch hier. Auch hier muss jeder Kommunist die Worte Mariáteguis verinnerlichen: „Wenn die Revolution Gewalt, Autorität und Disziplin verlangt, dann bin ich für Gewalt, Autorität und Disziplin. Ich akzeptiere sie mit all ihren Schrecken ohne feige Vorbehalte.“

Eine notwendige Anmerkung

Die Ereignisse in der letzten Woche in Paris sind ein Ausdruck der Epoche der „50 bis 100 Jahre“. Es sind, wie Hollande es sagte, „eine Kriegshandlung“. Es ist ein Ausdruck davon, dass der Krieg der Imperialisten gegen die unterdrückten Ländern „nach Hause zurückkehrt“. Als Kommunisten müssen wir in einer solchen Situation klar haben, dass unsere Solidarität nicht mit der imperialistischen Nation, sondern mit dem internationalen Proletariat und den Völkern der Welt ist. Die Imperialisten und alle, die von seiner Blutsaugerei profitieren, haben kein Recht zu verlangen, dass wir uns mehr solidarisch mit zivilen Opfern in den imperialistischen Ländern, als mit den hunderttausendfach mehr Opfern der unterdrückten Länder zeigen. Wir sind und bleiben revolutionäre Defätisten und wünschen die Niederlage des imperialistischen Staats, in welchem wir wirken.

Vorwärts im Dienst der proletarischen Weltrevolution!

Zehn Jahre nach dem großartigen Aufstand der proletarischen Jugend in Frankreich, ist es eine dringende Notwendigkeit, dass die Kommunisten ihre Rolle erfüllen. Wir haben viel nachzuholen in dieser Ecke der Welt. Wir glauben, dass es notwendig ist den Austausch in Theorie und Praxis zu verstärken und gegenseitig von einander zu lernen. Wir denken diese Konferenz ist eine gute Initiative und wir begrüßen die Anstrengungen der Organisatoren. Wir sind überzeugt, dass es ein Impuls für die Entwicklung der kommunistischen Bewegung auf diesem Kontinent sein wird. Lasst uns zusammen kämpfen im Dienst der proletarischen Weltrevolution!

Es lebe der Marxismus-Leninismus-Maoismus, hauptsächlich der Maoismus!

Lernt vom Vorsitzenden Gonzalo!

Für die Rekonstitution der Kommunistischen Partei Deutschlands!

Die Rebellion ist gerechtfertigt!

Volkskrieg bis zum Kommunismus!

Redaktion der Zeitschrift KLASSENSTANDPUNKT

November 2015


1KPP: Linie über den Aufbau der drei Instrumente der Revolution

2Lenin: Was tun?

3Transatlantic Trade and Investment Partnership; geplantes Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA

 


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