Use your widget sidebars in the admin Design tab to change this little blurb here. Add the text widget to the Blurb Sidebar!

Klassenstandpunkt #4

Posted: Februar 1st, 2015 | Author: | Filed under: Klassenstandpunkt | Kommentare deaktiviert für Klassenstandpunkt #4

Die gesamte Ausgabe als Download

THEORIE

Über bürokratischen Kapitalismus

Der bürokratische Kapitalismus ist eine fundamentale These des Vorsitzenden Mao, die weder von allen Marxisten der Welt verstanden, noch akzeptiert wird.“ (Demokratische Linie der Kommunistischen Partei Perus)

Diese Aussage hat auch heute noch völlige Gültigkeit. Das Verständnis des bürokratischen Kapitalismus ist deshalb von so großer Bedeutung, weil wir nur dadurch verstehen können, mit welchem gesellschaftlichen System wir in den vom Imperialismus unterdrückten Ländern der dritten Welt konfrontiert sind. Es erklärt auch die Entwicklung der sog. BRIC-Staaten. Nur wenn wir das verstehen, können wir die notwendigen Schlussfolgerungen daraus ziehen.

Das ist im besonderen für die Revolutionäre in eben diesen Ländern der dritten Welt relevant. Es ist aber auch der deutsche Imperialismus, der dieses System durchsetzt, der Teil genau dieses Systems ist und dies hat widerrum direkte Auswirkungen darauf, wie wir den deutschen Imperialismus verstehen müssen und wie wir ihn besiegen können und werden.

Die Frage der Durchsetzung des Verständnisses des bürokratischen Kapitalismus ist darum von besonderem Gewicht, weil wir ohne es letztlich vor der Realität scheitern und zur der Annahme kommen würden, das Imperialismus doch irgendwie Fortschritt, d.h. gesellschaftlichen Fortschritt, erzeugen würde, so wie dies unlängst auf dem dritten Parteitag der Maoistischen Kommunistischen Partei in der Türkei passiert ist.

Dieser Artikel kann nur ein Anfang sein und wir werden uns weiter mit der Thematik beschäftigen, vor allem mit der Anwendung insbesondere auf die Realität des deutschen Imperialismus. Bei der Darstellung folgen wir der Demokratischen Linie der KPP, in der dieses Thema ausführlich und korrekt dargestellt wird. Auch bei diesem Thema wird das Gewicht des Vorsitzenden Gonzalo ersichtlich und wie er den Marxismus nicht nur definiert, sondern ihn tatsächlich weiterentwickelt hat. Der Vorsitzende Gonzalo spezifiziert in diesem Dokument, der These des Vorsitzenden Maos folgend, fünf Charakteristika des bürokratischen Kapitalismus:

Der bürokratische Kapitalismus ist der Kapitalismus, den der Imperialismus in den rückschrittlichen Ländern entwickelt. Er besteht aus dem Kapital der großen Landbesitzer, den großen Banken und den Magnaten der Großbourgeoisie;

er beutet das Proletariat, die Bauern und die Kleinbourgeoisie aus und erlegt der mittleren Bourgeoisie Beschränkungen auf;

er durchläuft einen Prozess, in dem der bürokratische Kapitalismus mit der Staatsmacht verbunden wird und sich zum compradoren und feudalen, staatsmonopolistischen Kapitalismus entwickelt, woraus abgeleitet werden kann, dass er zu Beginn einen nicht-staatlichen großen Monopolkapitalismus und in einem zweiten Moment, wenn er mit der Staatsmacht verbunden wird, staatsmonopolistischen Kapitalismus entfaltet;

er lässt die Bedingungen für die demokratische Revolution reifen, wenn er den Höhepunkt seiner Entwicklung erreicht;

und, die Konfiszierung des bürokratischen Kapitals ist der Schlüssel, um den Gipfel der demokratischen Revolution zu erreichen und zur sozialistischen Revolution überzugehen.

Das genannte anwendend erkennt er, dass der bürokratische Kapitalismus der Kapitalismus ist, den der Imperialismus in den rückschrittlichen Ländern erzeugt, der mit einem verkommenen Feudalismus verbunden und dem Imperialismus, des letzten Stadiums des Kapitalismus, untergeordnet ist. Dieses System dient nicht der Mehrheit des Volkes, sondern den Imperialisten, der Großbourgeoisie und den Landbesitzern.“

Das ist die einzige korrekte, marxistische Definition und der Vorsitzende Gonzalo wendet sie auf die konkrete Realität Perus und seiner Geschichte an:

Der Vorsitzende Gonzalo etabliert meisterhaft, dass der Kapitalismus, der sich in Peru entfaltet, ein bürokratischer Kapitalismus ist, der durch die überlebenden Reste der Halb-Feudalität behindert wird, die ihm auf der einen Seite binden und auf der anderen Seite ist er dem Imperialismus untergeordnet, der es ihm nicht erlaubt die nationale Ökonomie zu entwickeln; so ist er ein bürokratischer Kapitalismus, der das Proletariat, die Bauern und die Kleinbourgeoisie unterdrückt und ausbeutet und der mittleren Bourgeoisie Restriktionen auferlegt. Warum? Weil der Kapitalismus der sich entwickelt, ein verspäteter Prozess ist, der nur eine Ökonomie erlaubt, die den Interessen der Imperialisten dient.

Es ist ein Kapitalismus, der die Großbourgeoisie, die Landbesitzer und die reichen Bauern alten Typus, die Klassen die nur eine Minderheit darstellen, jedoch die große Mehrheit, die Massen, ausbeuten und unterdrücken, repräsentiert. Er analysiert den Prozess des bürokratischen Kapitalismus in Peru, den ersten historischen Moment, in dem er sich seit 1895 bis zum Zweiten Weltkrieg entwickelt, in dem während der 1920er Jahre die Compradorbourgeoisie die Kontrolle über den Staat übernimmt, die Großgrundbesitzer umsiedelt, aber ihre Interessen schützt.

Der zweite Moment reicht vom Zweiten Weltkrieg bis 1980, eine Periode seiner Expansion, in der sich ein Flügel der Großbourgeoisie zur bürokratischen Bourgeoisie entwickelte, dies begann 1939 mit der ersten Regierung Prado zu einer Zeit in der die Einflussnahme des Staates in die ökonomischen Prozesse beginnt. Die Beteiligung wächst weiter an und zwar weil die Großbourgeoisie aus Mangel an Kapital, nicht fähig ist den bürokratischen Kapitalismus zu vertiefen. So entstand ein Zusammenstoß beider Fraktionen der Großbourgeoisie, zwischen der bürokratischen und der compradoren, erzeugt.

1968 übernahm die bürokratische Bourgeoisie die Führung des Staates durch die bewaffneten Kräfte auf dem Weg des Militärputsches von Velasco, der in Kürze ein großes Wachstum in der staatlichen Wirtschaft erzeugt. Die Zahl der Unternehmen in Staatsbesitz, z.B. stieg von 18 auf 180; der Staat, geführt durch die bürokratische Bourgeoisie, wurde zum Antrieb der Wirtschaft, es ist aber auch dieser Moment, in dem die Wirtschaft in eine tiefe Krise eintritt. Der dritte Moment, von 1980 an, ist der Moment, in dem der bürokratische Kapitalismus in eine allgemeine Krise und in die Phase seiner endgültigen Zerstörung eintritt, ein Moment der mit dem Volkskrieg beginnt.

Weil es sich um einen Kapitalismus handelt, der bereits in kritischem Zustand, krank, verrottend, an den Feudalismus gebunden und dem Imperialismus untergeordnet geboren wird, ist es diese Zeit, in der er in eine allgemeine Krise, zu seiner endgültigen Zerstörung, eintritt und keine Maßnahme, keine Reform kann ihn retten. Im besten Fall wird er seine Agonie verlängern, auf der anderen Seite wird er sich, wie ein sterbendes Tier, verteidigen und versuchen die Revolution zu zerschlagen. Betrachten wir diesen Prozess vom Wege des Volkes aus, dann sehen wir, dass im ersten Moment die KPP 1929 durch Mariátegui gegründet wurde und sich die Geschichte des Landes in Zwei teilt; im zweiten Moment wurde die KPP als Partei neuen Typus durch den Vorsitzenden Gonzalo rekonstituirt und der Revisionismus geschlagen; und im dritten Moment begann die KPP die Führung des Volkskriegs, ein transzendentaler Meilenstein, der die Geschichte radikal änderte, indem er einen überlegenen qualitativen Sprung, die Machteroberung, durch die bewaffneten Kräfte auf dem Weg des Volkskrieges, zur Realität machte.

All das beweist den politischen Aspekt des bürokratischen Kapitalismus, der wenig betont wird, aber den der Vorsitzenden Gonzalo als Schlüsselfrage begreift: Der bürokratische Kapitalismus lässt die Bedingungen für die Revolution reifen und heute, wenn er in seine letzte Phase eintritt, lässt er die Bedingungen für die Entwicklung und den Sieg der Revolution heranreifen. Es ist auch sehr wichtig zu verstehen, wie der bürokratische Kapitalismus durch nicht-staatlichen Monopolkapitalismus und staatlichen Monopolkapitalismus geformt wird. Das ist der Grund warum er zwischen den zwei Fraktionen der Großbourgeoisie, der bürokratischen und der compradoren, differenziert, und um weder der einen noch der anderen nach zu traben, ein Problem, das unsere Partei zu 30 Jahren falscher Taktik führte.“

Das hat Auswirkungen auf den Verlauf und die Aufgaben der demokratischen Revolution:

Es ist wichtig es auf diese Weise zu begreifen: Mit der Konfiszierung des bürokratischen Kapitalismus durch den Neuen Staat wird der Abschluss der demokratischen Revolution und der Fortschritt zur sozialistischen Revolution erleichtert. Würde nur auf den staatsmonopolistischen Kapitalismus gezielt, verbliebe der andere Teil, das nicht-staatliche Monopolkapital, in Freiheit und die große Compradorbourgeoisie würde bestehen bleiben, fähig ihr Haupt zu erheben, die Führung der Revolution weg zu reißen und den Übergang zur sozialistischen Revolution zu verhindern.“

Und weiter heißt es im Dokument zu den Zielen der demokratischen Revolution im Allgemeinen und der peruanischen Revolution im Besonderen:

Erstens: Die imperialistische Vorherrschaft, hauptsächlich des Yankee-Imperialismus im Falle Perus, zerschlagen und gleichzeitig die Aktionen der anderen Supermacht, des russischen Sozialimperialismus (heute: des russischen Imperialismus; Anm. d. Red.), und der anderen imperialistischen Mächte abwehren.

Zweitens: Den bürokratischen Kapitalismus zerschlagen, Konfiszierung des Großkapital sowohl der staatlichen wie der nicht-staatlichen Monopole.

Drittens: Das Eigentum der feudalen Großgrundbesitzer zerstören, Konfiszierung sowohl des assoziativen wie des nicht-assoziativen Eigentums, mit individueller Verteilung des Landes unter der Parole: „Das Land dem Pflüger“, hauptsächlich und an erster Stelle an die armen Bauern.

Viertens: Das mittlere Kapital, dem zu arbeiten erlaubt wird, während die Bedingungen dafür durchgesetzt werden, unterstützen. All dies impliziert den Kollaps des alten Staates durch den Volkskrieg mit revolutionärer Gewalt und der Führung der Kommunistischen Partei beim Aufbau des neuen Staates.“

In der Demokratischen Linie wird auch festgelegt, dass es sich hierbei um eine allgemeine Definition handelt:

Darüber hinaus verallgemeinert der Vorsitzende Gonzalo, dass der bürokratische Kapitalismus kein Prozess ist der nur in China oder Peru stattfinde, sondern dass er den neuesten Bedingungen folgt, in denen die verschiedenen Imperialisten sich die unterdrückten Nationen Asiens, Afrikas und Lateinamerikas unterordnet, zu einer Zeit zu der diese unterdrückten Nationen noch nicht die Überreste des Feudalismus zerstört haben, ein viel weniger entwickelter Kapitalismus.

In Synthese ist der Knackpunkt, um den Prozess der aktuellen peruanischen Gesellschaft und den Charakter der Revolution zu verstehen, die marxistisch-leninistisch-maoistische, GonzaloGedanken, These über den bürokratischen Kapitalismus, EIN BEITRAG ZUR WELTREVOLUTION …“ (unsere Hervorhebung)

Auch wie diese ökonomische Basis sich auf den gesellschaftlichen Überbau hat zeigt sich im Dokument:

Welcher Typ von Staat wird durch diese halbfeudale und halbkoloniale Gesellschaft, auf der sich ein bürokratischer Kapitalismus entfaltet, genährt?

Auf Basis der Analyse der aktuellen peruanischen Gesellschaft und der meisterhaften maoistischen These „Über Neue Demokratie“, die besagt, dass die Vielzahl der staatlichen Systeme, die es in der Welt gib, mit Bezug auf ihren Klassencharakter in drei grundsätzliche Typen klassifiziert werden können:

Republiken unter der Diktatur der Bourgeoisie, was sowohl die alten demokratischen Staaten, als auch die Staaten unter der gemeinsamen Diktatur der Landbesitzer und der Großbourgeoisie;

Republiken unter der Diktatur des Proletariats;

und Republiken unter der gemeinsamen Diktatur der revolutionären Klassen.

Der Vorsitzende Gonzalo etabliert, dass der Charakter des alten reaktionären Staats in Peru von ersten Typ ist, eine gemeinsame Diktatur der Landbesitzer und der Großbourgeoisie, bürokratische Bourgeoisie oder Comprador-Bourgeoisie, die durch Zusammenstöße und Streit um die Führung es Staates kämpfen. Weil der historische Trend in Peru die Selbstermächtigung der bürokratischen Bourgeoisie ist, impliziert dies notwendigerweise einen sehr harten und langen Kampf, besonders weil die bürokratische Bourgeoisie heute den alten Großgrundbesitzer-bürokratischen Staat führt. Gleichzeitig bestehen Unterschiede zwischen dem Staatssystem und dem Regierungssystem.

Sie sind Teile einer Einheit von Gegensätzen; das Staatssystem ist der Platz, den die Klassen im Staat besetzen und die Regierung ist die Form in der die Macht organisiert wird. Der Vorsitzende Mao lehrte, dass es die Hauptsache ist, den Klassencharakter eines Staates zu definieren. Die Regierungsformen die eingeleitet werden können zivil oder militärisch sein, mit Wahlen oder per Dekret, liberal-demokratisch oder faschistisch, aber sie repräsentieren immer die Diktatur der reaktionären Klassen; den alten Staat nicht auf diese Weise zu betrachten bedeutet in die Falle zu tappen eine Diktatur mit einem Militärregime gleichzusetzen und zu denken, dass eine zivile Regierung keine Diktatur ist und damit einer der Fraktionen der Großbourgeoisie und ihren Märchen von der „Verteidigung der Demokratie“ oder „der Verhinderung von Militärputschen“ nach zu traben. Das sind Positionen, die, anstatt den alten Staat zu zerschlagen, ihn unterstützten und verteidigen, so wie es in Peru mit den Revisionisten und Opportunisten der Vereinigten Linken der Fall ist.

Der alte Staat ist dem Imperialismus untergeordnet, in unserem Fall ist es der Yankee-Imperialismus, der durch seine Wirbelsäule, die reaktionären Streitkräften, gestützt wird, und zählt auf eine stärker anwachsende Bürokratie. Die Streitkräfte haben den gleichen Charakter, wie der Staat den sie unterstützen und verteidigen. Der Vorsitzende Gonzalo sagt uns deutlich: „Es ist dieses soziale System, das nur seinen Nutznießern dient, das die herrschenden Klassen und ihr Herr, der Yankee-Imperialismus, mit Blut und Feuer verteidigt, durch ihren Großgrundbesitzer-bürokratischen Staat, erhalten durch die reaktionären Streitkräfte; konstant ihre Klassendiktatur (der Großbourgeoisie und der Großgrundbesitzer) ausübend, entweder durch eine de facto Militärregierung … oder durch Regierungen, die durch Wahlen entstehen, so genannte konstitutionelle Regierungen …“ und „dieses verrottete System der Ausbeutung zerstört und behindert die mächtige kreative Kraft des Volkes, der einzigen Kraft, die zur tiefsten revolutionären Transformation fähig ist …““

Auf Grundlage dieser allgemeinen und spezifischen Analyse entwickelt der Vorsitzende Gonzalo das Bündnis der revolutionären Klassen des Volkes:

Das Proletariat, die Bauern (hauptsächlich die armen Bauern), die Kleinbourgeoisie und die mittlere Bourgeoisie. Die Klassen gegen die wir zielen sind: Großgrundbesitzer der alten und neuen Art und die bürokratische Großbourgeoisie oder Compradorbourgeoisie. […] die Bauernschaft ist die Hauptantriebskraft […] das Proletariat … die führende Klasse unserer Revolution […] eine Kleinbourgeoisie mit breiten Schichten, […] eine nationale Bourgeoisie die schwach ist und der es an Kapital mangelt, […] zwischen Revolution und Konterrevolution hin und her schwankend […] Vier Klassen die historisch das Volk und die Antriebskräfte der Revolution bilden, aber unter ihnen ist es vor allem die arme Bauernschaft, die die hauptsächliche treibende Kraft ist.“

Ein besonderes Gewicht wird auf die wissenschaftliche Organisierung der Armut gelegt, eine These die von Marx kommt und für uns bedeutet hauptsächlich die armen Bauern und die ärmsten Massen der Städte in einer Kommunistischen Partei, einer Volksguerillaarmee und einem Neuen Staat, der durch Volkskomitees konkretisiert wird, zu organisieren.“

Das ist die Darlegung des Vorsitzenden Gonzalo über den bürokratischen Kapitalismus und die demokratische Revolution in der Allgemeinen Politischen Linie der KPP. Sie ist umfassend, präzise und korrekt. Sie muss von den Revolutionären aller Länder verstanden, angenommen und angewandt werden. Dann werden große Teile der Problematiken, die wir im ersten Artikel dieser Zeitung angesprochen haben, überwunden werden und so werden bessere Voraussetzungen für den Sieg der proletarischen Weltrevolution geschaffen.

 


Comments are closed.