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Rote Post #2

Posted: März 1st, 2018 | Author: | Filed under: Rote Post | Kommentare deaktiviert für Rote Post #2

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BERLIN

Der Spass ist zu teuer, von uns kriegt ihr nüscht!

Verspätungen, dreckige, überfüllte, kaputte Züge und Busse, die zu früh oder zu spät abfahren, übermüdete und überarbeitete Fahrer, aggressive Kontrolleure, die man eher auf einer HoGeSaDemo oder in einem Gangsta-Rap-Video erwarten würde und das alles für einen dicken Batzen Kohle. All das kennen wir von den Monopolen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und der Berliner S-Bahn. Die BVG wirbt mit dem Slogan „Weil wir euch lieben“ aber das ist nicht, was sie antreibt. Es geht um den Profit und darum, die Infrastruktur des Staates sicherzustellen. Besonders auf Ersteres möchten wir im Folgenden eingehen.

Jeder Berliner der sich kein Auto leisten kann oder die ewigen Staus satt hat, kennt das Problem: Das Hoffen und Bangen, pünktlich zur Arbeit zu kommen, obwohl man schon eine halbe Stunde früher aufsteht als man laut Fahrplan müsste, um sich dann in eine der gelben oder roten Sardinenbüchsen zu zwängen und sich schon gestresst auf den Weg zur Lohnsklaverei zu machen. Immer wieder der Blick aufs Smartphone, um zu schauen ob man den Anschlusszug noch bekommt. Oft ist die Antwort ernüchternd, ebenso wie die Reaktion des Vorgesetzten, wenn man wieder zu spät kommt. Zu spät zu einer Arbeit von der man sowieso kaum leben kann. Von dem wenigen, das einem bleibt, muss man dann auch noch eine keinesfalls unerhebliche Summe für überteuerte Fahrkarten blechen. So kostet ein Monatsticket mehr als 80 Euro, im Jahres-Abo sind es immer noch über 60 Euro, von Einzelfahrscheinen gar nicht erst zu sprechen. Dabei zahlen wir auch ohne Ticket schon alle für die BVG und S-Bahn, denn diese werden vom Land Berlin subventioniert, das heißt durch die Steuern, die wir monatlich abdrücken müssen. Im Jahr 2017 waren es alleine 549,14 Millionen Euro für die BVG. Sowohl die Berliner Verkehrsbetriebe, als auch die S-Bahn Berlin GmbH sind zwar formal private Unternehmen, große Anteile liegen jedoch beim Staat, und die Unternehmen genießen absolute Monopolstellung. Im Jahr 2017 machten sie zusammen einen Reingewinn von mehr als 75 Millionen Euro. Doch warum ist der öffentliche Nahverkehr dann so unzuverlässig? Es sind weder die ausgebeuteten Angestellten noch irgendwelche Wetterphänomene oder ähnliches. Der Grund sind die Profitinteressen der Bonzen mit ihrer Monopolstellung. Was hat man auch für eine Alternative als Bus, Bahn und Tram zu nutzen, wenn man sich weder ein Auto noch den immer teurer werdenden Sprit leisten kann. Diese Situation wird gnadenlos ausgenutzt und es wird gespart, wo es nur eben geht, oder eigentlich auch nicht. Aber was interessiert es die hohen Tiere dort auch, die haben genug Geld für ein Auto, oder auch zwei oder drei. In einem offenen Brief haben vor kurzem mehrere Mitarbeiter der BVG klar Stellung gegen die Firmenleitung bezogen, so heißt es unter anderem „Es wird alles kaputt gespart, bis nichts mehr geht“, es fahren massenhaft kaputte Züge und Busse durch Berlin, welche immer öfter nicht einmal den gesetzlichen Sicherheitsvorschriften entsprechen.

Trotz all dieser Mängel kann sich bei weitem nicht jeder ein Ticket leisten, wer beispielsweise Harz 4 bekommt, für den macht ein Monatsticket 20% des zur Verfügung stehenden Geldes aus, bei Empfängern von Grundsicherung, wie den meisten Flüchtlingen, oder für unzählige Rentner, ist es noch mehr. Aber auch für die arbeitenden Massen ist es immer schwerer Geld für Tickets übrig zu haben. Wer „schwarz“ fährt, der sitzt wie auf heißen Kohlen, immer die Angst im Nacken, die Angst von irgendwelchen Hooligans und Kleinkriminellen, die als Fahrkartenkontrolleure eingesetzt werden, erwischt zu werden. Jeder kennt diese Situation, man sitzt im Bus, oder einer der Bahnen und plötzlich steht ein aggressiver und aufgepumpter Typ vor einem mit den „Insignien der Wichtigkeit“, dem Dienstausweis der BVG oder Berliner S-Bahn, und einem Scanner in der Hand. Wegrennen ist zwecklos, der Zangenbewegung der Fahrkarten-Gang entkommt man nicht. Auch wenn die Kontrolleure die Fahrgäste nicht anfassen dürfen, geschweige denn festhalten, kommt es regelmäßig zu Übergriffen und Körperverletzungen durch eben diese Verräter an der Arbeiterklasse.
So ist es nicht verwunderlich, dass diese Personen immer wieder Ziel gerechtfertigter Angriffe werden. Sie sind nichts anderes als Lakaien der Monopol-Bonzen. Wer die Strafen für das Schwarzfahren nicht zahlen kann, der sieht sich im Handumdrehen im Knast, meist in Moabit oder Plötzensee. In Plötzensee sitzen im Moment rund 100 Leute ein, fast 70 davon wegen Schwarzfahrens. Die meisten werden sich fragen, welchen Sinn das haben soll, Leute wegen so etwas einzusperren, unter anderem auch, weil ein Hafttag den Staat ca. 150 Euro kostet. Aber die Kapitalisten profitieren davon, mehr noch, sie sind auf diese industrielle Reservearmee angewiesen, denn die meisten der Schwarzfahrer arbeiten im Knast.

Dort können Firmen, wie Samsung oder Textilfirmen, für den Bruchteil des Mindestlohns produzieren lassen. Auch die Werbeartikel der SPD werden zu großen Teilen dort gefertigt. All dies zeigt eindeutig, wem der öffentliche Nahverkehr und vor allem der Staat dient. Nicht allen, wie sie immer wieder gerne schwadronieren, sondern denen, die an der Arbeit anderer verdienen, sprich der Kapitalistenklasse. Aber das ist nicht verwunderlich in diesem System, dem Imperialismus, dem blutsaugendem parasitären, aber auch sterbenden Kapitalismus, der seiner Natur entsprechend von der Ausbeutung und Unterdrückung der Arbeiterklasse und der gesamten dritten Welt lebt. Um so wichtiger ist es, dieses System so schnell wie möglich zu Grabe zu tragen. Mit allen notwendigen Mitteln für die sozialistische Revolution zu kämpfen. Dafür mangelt es uns in der BRD an der elementarsten Notwendigkeit, der Kommunistischen Partei, der Kampfmaschine der Arbeiterklasse und keinem lächerlichen Wahlverein. Daher ist die erste Aufgabe die Rekonstitution der Kommunistischen Partei Deutschlands.


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